zur Navigation springen

Brandschutz gewährleistet : Feuerwehren im Kreis gut aufgestellt

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Mitgliederschwund bei Brandbekämpfern ist dennoch ein aktuelles Thema. Kreiswehrführer Mathias Schütte befürwortet Kinderfeuerwehren zur Bindung ans Ehrenamt.

Die Feuerwehren im Norden haben mit Mitgliederschwund zu kämpfen. Thematisiert wurde das jetzt auch auf dem zweiten Feuerwehr-Marketing-Kongress des Landesfeuerwehrverbandes in Kiel. Noch relativ gelassen sieht Mathias Schütte die Lage für den Kreis Rendsburg-Eckernförde. „Ich sehe derzeit keine Gemeinde und keinen Ort im Kreis, wo die Pflichtfeuerwehr quasi vor der Tür steht oder wo die knallrote Lampe an ist“, sagt der Kreiswehrführer: „Wir sind in der glücklichen Lage, dass es bei uns etwas besser aussieht als im Landestrend.“

Pflichtwehren sind vor allem dort im Gespräch, wo die Wehren vor Ort nicht mehr ausreichend Mitglieder haben, um die Sollstärke zu erfüllen, und der Brandschutz nicht gewährleistet werden kann. Dort könnten dann statt der Freiwilligen Wehren geeignete Personen zum Feuerwehrdienst verpflichtet werden. Pflichtwehren sind dabei keine reine Zukunftsmusik, sie bestehen bereits in List auf Sylt und in Burg in Dithmarschen. In den 1371 Freiwilligen Feuerwehren im Land sind derzeit rund 48 100 Mitglieder aktiv – rund 1000 weniger als noch vor zehn Jahren. Auch bei den Jugendfeuerwehren ist die Zahl rückläufig.

Als Erfolg darf es da schon gelten, dass die Jugendwehren im Kreis Rendsburg-Eckernförde stabil sind. Wie im Jahresbericht 2013 aufgeführt, sind es derzeit rund 1070 Kinder ab zehn Jahren und Jugendliche in den 38 Jugendwehren. Ende kommender Woche wird zudem in Felm die 39. Jugendfeuerwehr des Kreises gegründet. In den 185 Feuerwehren im Kreis sind laut Jahresbericht 6875 erwachsene Aktive (und damit sogar knapp 200 mehr als vor zehn Jahren) dabei, 554 davon Frauen. „Ich vermute, dass es auch in diesem Jahr wieder eine normale Schwankung bei plus-minus 20 oder 30 geben wird“, schätzt Schütte.

Dennoch: Vor den aktuellen Entwicklungen verschließen die Verantwortlichen beim Kreisfeuerwehrverband nicht die Augen. „Wir wissen um den Handlungsbedarf, aber man sollte auch nicht zu viel Schwarzmalerei betreiben“, sagt Schütte. Unter anderem durch die steigende Zahl an Berufspendlern seien manchmal nicht genügend Aktive vor Ort verfügbar. Eine Möglichkeit, dies aufzufangen, sind Gastmitgliedschaften auswärtiger Feuerwehrleute – denn „dort wo es Auspendler gibt, gibt es auch Einpendler“. Allerdings gelte das nicht unbedingt für kleinere Dörfer, in denen es kaum oder keine Firmen und Betriebe gebe.

Sowohl auf Kreis- als auch auf Landesebene ringen die Feuerwehren also um neue Mitglieder. Die Kernarbeit, das Klinkenputzen müsse aber vor Ort geschehen, betont der Kreiswehrführer: „Die Leute müssen unter anderem in Gesprächen davon überzeugt werden, dass wir die richtige Institution für sie sind.“ Sollte ein Mitgliederschwund doch einmal eine Wehr in arge Nöte bringen, so sieht Schütte eine Auflösung als letzte Möglichkeit. „Zunächst sollte man versuchen, eine Löschgruppe zu bilden.“ Dabei müsste dann kein eigenes Führungspersonal vorgehalten werden. „In Tappendorf-Rade beispielsweise funktioniert das sehr gut.“ Dort, wo eine Feuerwehr erst einmal komplett aufgelöst ist, werde – so zeige es seine Erfahrung – auch keine neue mehr entstehen. Die bisher letzte Auflösung einer Wehr im Kreis gab es im vergangenen Jahr in Jahrsdorf. „Die Kameraden sahen keine Chance mehr, die Sollzahlen zu erfüllen“. Einige schlossen sich der Feuerwehr Hohenwestedt an.

Dem negativen Trend entgegenwirken möchte die Feuerwehr mit Beginn des kommenden Jahres mit der Kinderfeuerwehr. Dabei könnten dann schon Sechsjährige an das Ehrenamt in den Freiwilligen Feuerwehren herangeführt werden. Der rechtliche Rahmen dafür wird gerade abgesteckt. „Wir sind dabei, das Brandschutzgesetz anzupassen“, hatte auch Innenminister Stefan Studt auf dem Feuerwehr-Marketing-Kongress in Kiel gesagt. Für Schütte ergibt diese Idee durchaus Sinn. „Mit sechs Jahren sind Kinder in einem Alter, in dem sie sich orientieren – und vielleicht Fußball oder Handball spielen wollen. Sie könnten aber – möglicherweise parallel dazu – auch bei einer Feuerwehr mitmachen.“ Der Kreisfeuerwehrverband befürworte die Kinderfeuerwehr, überlasse die Umsetzung am Ende aber den einzelnen Wehren – zumal zusätzliche Ausbilder von Nöten wären.

Die Lage im Kreis ist derzeit zwar nicht rosig, im Vergleich zum Landestrend aber immer noch relativ gut. Schütte: „Die Bevölkerung kann durchaus immer noch ruhig schlafen.“

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 28.Okt.2014 | 06:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen