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Rendsburg-Eckernförde : Feuerwehren gerüstet für die nächste Katastrophe

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Kameraden in Jevenstedt und Loose nutzen Fahrzeuge auch für eigene Einsätze. Kosten: 134 000 Euro.

Die Hälfte ist geschafft: Drei von insgesamt sechs neuen Autos für den Katastrophenschutz im Kreis Rendsburg-Eckernförde sind ausgeliefert. Gestern erhielten die Freiwilligen Feuerwehren Jevenstedt und Loose jeweils ein Mehrzweckfahrzeug mit Allradantrieb. Damit gehen die Wehren eine Verpflichtung ein. Sie können die neuen Autos zwar für eigene Zwecke nutzen, müssen sie aber im Katastrophenfall mit einer Mannschaft besetzen und ausrücken – auch in andere Bundesländer.

Die Transporter von Volkswagen bieten Platz für sieben Kameraden und sind als Einsatzleitwagen ausgestattet. Dafür befindet sich ein Funkgerät an Bord. Außerdem lassen sich Laptops anschließen. Zudem ist in den Wagen noch Raum übrig, den die Jevenstedter und Looser Kameraden nach eigenem Ermessen füllen können, etwa mit Notstromaggregaten. „Wir sind sehr froh über den Neuzugang, denn er ersetzt unser altes Fahrzeug, das gerade erst ausgemustert wurde“, sagte Looses Wehrführer Lothar Jöns bei der Übergabe. Ihm zufolge kommt das Auto vor allem der Jugendfeuerwehr zugute. Und: Schon am Sonnabend wird die erste Übung damit absolviert. Auch Frank Schäpe, stellvertretender Wehrführer Jevenstedts, zeigte sich erfreut. Das Fahrzeug werde als Einsatzleitwagen eingesetzt. Beide Wehren sind jedoch auch an der Katastrophenschutz-Bereitschaft des Kreises beteiligt. Ihre Spezialgebiete sind neben allgemeinen Aufgaben die Wasserförderung über große Entfernungen und der Einsatz bei Hochwasser. Treten solche Fälle ein, stehen die neuen Autos für die Dauer des Einsatzes nicht den Gemeindewehren zur Verfügung. Das kann – wie bei der Elbe-Flut im Jahr 2013 – schon einmal mehrere Wochen dauern, denn auch andere Bundesländer können deren Hilfe anfordern. „Andersherum erhalten wir Unterstützung, wenn es bei uns Hochwasser-Katastrophenfälle gibt“, sagte Kreiswehrführer Mathias Schütte gestern. Das sei an der Ostseeküste in Schwansen und Eckernförde durchaus möglich.

Jedes der Fahrzeuge hat 67  000 Euro gekostet. Die Mittel kommen vom Kreis. Bereits im vergangenen Jahr investierte er 100  000 Euro in einen Katastrophenschutz-Leitwagen für die Freiwillige Feuerwehr Flintbek. Zudem folgt ein weiteres Auto für 110  000 Euro in den nächsten vier Wochen. Damit sind dann vier der sechs Katastrophenschutz-Bereitschaften mit modernen Führungskraftwagen ausgestattet. Die restlichen zwei sind laut Dr. Thilo Rohlfs, der als Leiter des Kommunalwesens auch für die Feuerwehr zuständig ist, derzeit in Planung. „In Zeiten knapper Kassen ist es keine Selbstverständlichkeit, dass neue Fahrzeuge angeschafft werden“, sagte Rohlfs. Gerade weil es lange Zeit keinen Katastrophenfall gegeben habe, müsse immer wieder um die Bedeutung des Schutzes davor geworben werden. Das habe die Politik im Kreis erkannt. „Man weiß nie, wann die nächste Katastrophe vor der Tür steht“, so Rohlfs. Er dankte allen Feuerwehrleuten, die sich zusätzlich zu ihrem herkömmlichen Dienst in einer der sechs Bereitschaften engagieren.

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erstellt am 14.Okt.2015 | 13:13 Uhr

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