zur Navigation springen

Schlittschuhlaufen zu gefährlich : Feuerwehr warnt: Eisflächen sind noch zu dünn

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Wer zugefrorene Gewässer betritt, begibt sich in Lebensgefahr. Der Landesfeuerwehrverband gibt Tipps, wie man sich richtig verhält.

shz.de von
erstellt am 08.Jan.2016 | 06:00 Uhr

Kiel | Die Minusgrade der vergangenen Tage haben viele Gewässer im Kreis zufrieren lassen. Sie zu betreten ist lebensgefährlich, warnt der Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein: Die Eisflächen sind noch zu dünn, es droht Einbruchgefahr. Um nicht sein Leib und Leben zu riskieren, sollte man daher generell nur freigegebene Flächen betreten.

Vor allem Kinder lassen sich aber von den glitzernden Eisflächen zu unvorsichtigem Verhalten verleiten, so die Feuerwehr. Deshalb lautet ein Tipp der Experten: Kindern müssen die Gefahren erklärt werden, örtliche Warnhinweise sollte man unbedingt ernstnehmen. „Wenn das Eis knistert und knackt, Risse aufweist oder schwallweise Wasser auf die Oberfläche tritt: nicht betreten“, erklärt Holger Bauer, Pressesprecher des Landesfeuerwehrverbandes in einer Pressemitteilung.

Ist man in dieser Situation bereits auf dem Eis, gilt es sich flach hinzulegen, um das Gewicht auf eine größere Fläche zu verteilen. Während man so zum Ufer robbt, sollte man möglichst wenig ruckartige Bewegungen machen. Damit im Unglücksfall jemand Hilfe holen kann, rät die Feuerwehr, einsame Ausflüge auf dem Eis zu vermeiden. „Vor allem bei unübersichtlichem Gelände kann ein Einweiser an einer markanten Wegkreuzung die Anfahrt der Rettungskräfte erleichtern“, so Bauer.

Viele schätzen die Gefahr falsch ein: Vorsicht ist nicht nur bei fließendem Gewässer, verschneiter Oberfläche und auch bewachsenem Ufer geboten – auch an Ein- und Ausflüssen kann die Eisdicke plötzlich unerwartet abnehmen. Vor allem an dunklen Stellen kann das Eis zu dünn sein - hier droht Einbruchgefahr.

Innerhalb weniger Minuten in rund drei bis vier Grad kaltem Wasser erschlaffen die Muskeln, der Körper erlahmt und die eingebrochene Person geht unter. Kommt es zum Unglücksfall, empfiehlt der Feuerwehrverband zu versuchen, sich vorsichtig am Eis festzuhalten oder darauf zu ziehen. Wenn das Eis weiter bricht, kann man sich mit Fäusten oder Ellenbogen einen Weg zum Ufer freischlagen. Helfer sollten sich in keinem Fall selbst in Gefahr bringen und auf ihre Eigensicherung durch Leinen oder Rettungsring achten.

Wer sich zum Helfen auf die Eisfläche begibt, sollte dafür eine Unterlage wie eine Leiter, Bretter oder einen Zaun verwenden, um das Gewicht zu verteilen. Diese Hilfsmittel kann man der eingebrochenen Person zuschieben. Eine quer über die Einbruchstelle gelegte Unterlage oder Äste machen die Rettung leichter. Hilfreich können auch Rettungsringe sein. Wieder an Land hüllt man den Geretteten in warme Decken oder Jacken oder zumindest in die Rettungsdecke aus dem Erste-Hilfe-Kasten, um ihn so vorsichtig zu erwärmen. „Das ‚Hausmittel‘, jemanden mit Schnee abzureiben sollte man nicht anwenden“, so Holger Bauer. „Außerdem sollte man unterkühlten Personen keinen Alkohol geben, sondern stattdessen
möglichst einen warmen Tee reichen.“

Doch damit es soweit erst gar nicht kommt, heißt es: Augen auf, und unbedingt nur freigegebene Eisflächen betreten. Im Zweifelsfall bietet der Blick vom Ufer ja wenigstens ein schönes und sicheres Bild.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen