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mitglieder-zuwachs : Feuerwehr knackt die Schallgrenze

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Rendsburger Brandschützer haben jetzt mehr als 100 Aktive – und doch eine Sorge: Beim Dauerthema Feuerwache muss endlich eine Entscheidung her, fordern sie.

Bereits seit acht Jahren stehen die Modernisierung oder der Neubau einer Feuerwache Rendsburg im Raum. Doch eine Entscheidung ist noch immer nicht getroffen. „Wir fordern, dass endlich etwas passiert“, machte Wehrführer Gerrit Hilburger in der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr im Kulturzentrum Hohes Arsenal deutlich. Bei ihren Beratungen müssten die Politiker endlich „in den Abschlusssprint kommen“ und dann einen „Strich darunter machen“.

Bürgermeister Pierre Gilgenast hatte zuvor erklärt, dass die Beratungen über die Feuerwache weiter gingen. Er rechnet mit einer Entscheidung bis Jahresmitte. Dabei liege der Fokus zurzeit eindeutig auf einer Modernisierung der Feuerwache am jetzigen Standort in der Herrenstraße. Neben den Kosten sei ein weiterer Grund dafür, dass an alternativen Standorten für einen Neubau, etwa in der Kaiserstraße oder am Willy-Brandt-Platz, die geforderten Alarmierungszeiten nicht eingehalten werden könnten, sagte Gilgenast auf Nachfrage der Landeszeitung. Der Bürgermeister wies darauf hin, dass die Stadt im laufenden Jahr 1,8 Millionen Euro für die Feuerwehr zur Verfügung stellt. Für die Umrüstung von der Analogtechnik auf Digitalfunk sind nach seinen Angaben 270  000 Euro vorgesehen, 180  000 Euro für einen Einsatzleitwagen, 170  000 Euro für ein Wechselladerfahrzeug und jeweils 335  000 Euro für Abroll-Behälter „Logistik“ und „Atemschutz“.

Gilgenast hob hervor, dass im vergangenen Jahr eine Schallgrenze bei der Mitgliederzahl der Feuerwehr geknackt werden konnte. Die Zahl der Aktiven stieg von 94 auf 102, davon 14 Frauen. Zudem hat die Wehr 31 Ehrenmitglieder und 127 passive Mitglieder. Sechs sogenannte Großfeuer listete der stellvertretende Wehrführer Jens Schnittka in seinem Tätigkeitsbericht auf. Zudem wurde die Wehr zu neun Feuern mittlerer Größe, 72 kleinen Bränden, 38 Unfallhilfen und 173 Hilfeleistungen gerufen. Insgesamt rückten die Kameraden 409 Mal aus. Im Jahr 2015 wurden sie 412 Mal alarmiert.

Schnittka widmete sich zudem weniger den Zahlen als vielmehr der Motivation der Feuerwehrleute für ihren ehrenamtlichen Einsatz. „Aus Liebe zu unseren Mitmenschen, zu unseren Kameraden, zu unserer Stadt, zu unseren Nachbarschaften und vor allem aus Liebe zu unseren Familien“ stellten sich die Kameraden den Einsätzen bei Notfällen. Diese Bereitschaft, die eigene Gesundheit für die Allgemeinheit aufs Spiel zu setzen, müsse von der Politik stärker gewürdigt werden, forderte Schnittka. „Wir sind schließlich kein Kaninchenzüchterverein.“ In anderen Gemeinden gebe es für die Feuerwehrkameraden freien Eintritt in öffentliche Einrichtungen, eine Feuerwehrrente, eine Befreiung von der Grundsteuer oder eine Ehrenamtskarte, nannte er Möglichkeiten. „Andere Kommunen sind besser davor. In Rendsburg ist noch Luft nach oben.“

Für seine 40-jährige aktive Feuerwehrzugehörigkeit wurde der Löschmeister Herbert Reis ausgezeichnet. Der Kreiswehrführer Mathias Schütte überreichte dem 66-Jährigen das Brandschutzehrenzeichen in Gold. Jens Schnittka wurde für 3000 Einsätze im Dienste der Feuerwehr ausgezeichnet.

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