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Rendsburg : Feuerwache: Spar-Lösung abgelehnt

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

„Neu neben Alt“ – das von der CDU eingebrachte Modell halten Unfallkasse und Planer für nicht wirtschaftlich und funktionstüchtig.

shz.de von
erstellt am 16.Sep.2015 | 09:39 Uhr

Die Stadt Rendsburg wird beim Bau einer neuen Feuerwache wohl nicht auf bestehende Gebäude zurückgreifen können, um Kosten zu sparen. Einem Vorschlag der CDU-Fraktion, die jetzige Fahrzeughalle an der Herrenstraße teilweise zu erhalten und durch einen Neubautrakt mit größeren Toren zu ergänzen, erteilte die Hanseatische Feuerwehr-Unfallkasse Nord (HFUK) jetzt eine Absage. „Die Umsetzung würde zwar eine Verbesserung des aktuellen Zustandes bewirken“, heißt es in einer Vorlage für die öffentliche Sitzung des Bauausschusses am kommenden Dienstag (17 Uhr, Altes Rathaus). „Eine dauerhafte Lösung für eine funktionsfähige und sichere Feuerwehrtätigkeit wäre jedoch nicht gegeben.“ Diese Variante sei nur mit vielen Kompromissen in Punkto Sicherheit und Organisation realisierbar. „Es wären wahrscheinlich bereits nach wenigen Jahren Nutzungsdauer weitere bauliche Maßnahmen notwendig.“ Die Stellungnahme ist von hoher Bedeutung, weil der Unfallversicherungsträger Zwangsmaßnahmen bis hin zur Schließung einer Feuerwache anordnen kann, wenn diese zu beengt ist oder durch andere bauliche Mängel als nicht mehr sicher gilt.

In der seit Jahren geführten Diskussion um eine neue Basis für die Feuerwehr hatten sich mehrere Möglichkeiten herauskristallisiert: Das von der Stadt beauftragte Büro „kplan“ schlägt unter anderem vor, die zu klein geratene Feuerwache an der Herrenstraße komplett abzureißen und durch einen größeren Neubau zwischen Nordmarkhalle und Bahntrasse zu ersetzen (Kosten: 10,3 Millionen Euro). Diesen Standort bevorzugt die Verwaltung. In einer zweiten Variante bleibt zumindest die Fahrzeughalle an der Herrenstraße erhalten. Alle anderen Gebäude weichen einer Neubau-Lösung, auch das benachbarte Parkdeck (Kosten: 8,6 Millionen Euro).

Selbst die günstigere Spielart hält CDU-Fraktionschef Thomas Krabbes aus Sicht der Stadt für nicht finanzierbar. Er wirft dem Planungsbüro vor, viel zu teure Varianten unterbreitet zu haben. „Ich erwarte von solchen Profis, dass sie Vorschläge machen, die unserem Portemonnaie entsprechen.“ Den anderen Fraktionen warf Krabbes durch die Blume mangelnden Sparwillen vor: „Wenn Sie in der Politik mit einer einheitlichen Stimme sprechen, stellen sich die Planer darauf ein. Wenn es nur eine Fraktion tut, ist es vergebliche Liebesmüh’.“ Eine breite Mehrheit im Bauausschuss sei die erste Stufe auf dem Weg zu einer realisierbaren Feuerwache, sagte der CDU-Ratsherr. „Und dann muss da auch eine Verwaltung sein, die mitzieht.“ Die Stellungnahme der Unfallkasse hält Krabbes nicht für deren letztes Wort. „Ein klares Nein hört sich anders an.“ Ein Mängelbericht für die bestehende Feuerwache liege vor, diese Fehler gelte es abzuarbeiten.

Auch das Büro „kplan“ lehnt das „Neu neben Alt“-Sparmodell der Christdemokraten ab. Wenn das Parkdeck an der Herrenstraße etwa zur Hälfte stehen bleiben solle, wie von der CDU vorgeschlagen, reiche der Abstand zur alten Halle nicht aus, um alle großen Fahrzeuge abzustellen. Notwendig seien zehn neue Stellplätze, möglich seien jedoch nur fünf bis sechs. Ein Umbau ziehe immer funktionale Kompromisse nach sich. Der Betrieb und Unterhalt eines Neubaus sei zudem günstiger als eine umgebaute vorhandene Bausubstanz, stellen die Planer abschließend fest.

 

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