zur Navigation springen

Nach Explosion : Feuerball hinterlässt Trümmerfeld

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Ein Gastank löste die Explosion beim Brand einer Autowerkstatt in Langwedel aus. Die Wucht der Detonation schleuderte Einzelteile 50 Meter weit.

shz.de von
erstellt am 24.Mai.2017 | 10:56 Uhr

Einen Tag nach dem verheerenden Brand einer Autowerkstatt in Langwedel (wir berichteten) steht die Ursache noch nicht fest. Klar ist jedoch, was die Explosion auslöste. Ein Flüssiggastank war in die Luft geflogen. Die Detonation verursachte einen Knall, der noch im einige Kilometer entfernten Nachbarort Borgdorf-Seedorf zu hören war. Dabei wurde selbst erfahrenen Feuerwehrleuten mulmig: Sie kümmerten sich gerade vor dem Gebäude an der Bordesholmer Straße um einige Verletzte, als brennende Trümmer durch die Luft flogen.

„Das Abpfeifen des Gastanks war vor dem Gebäude nicht zu hören, sonst hätten wir uns in Sicherheit gebracht“, sagte Ortswehrführer und Einsatzleiter Philipp Schildt, das charakteristische Geräusch entstehe, wenn der Druck im Tank durch die Hitze zu groß wird und das Gas anfängt zu entweichen, erst kurz danach entzündetet es sich schlagartig, so dass der Tank explodiere. Glücklicherweise gab es nur Leichtverletzte, so der Wehrführer. Einige der Trümmer seien weit geflogen. So habe eine Autofelge , die durch die Explosion in die Höhe geschleudert wurde, eine Photovoltaikanlage auf einem Hausdach in etwa 50 Metern Entfernung getroffen und zerstört. Ein weiteres Trümmerstück sei vor der Feuerwache, die noch weiter entfernt liege, gelandet.

Bis in die frühen Morgenstunden dauerten die Löscharbeiten. Gestern morgen waren immer noch Feuerwehrleute im Einsatz. „In der Nacht haben wir noch weitere Gasflaschen im Haus gefunden. In ihnen wird Propangas, Sauerstoff und Acetylen gelagert. Diese kühlen wir derzeit mit Wasser“, so Schildt.

Bis in den späten Montagabend herrschte Explosionsgefahr. Daher reagierte der Wehrführer mit Unverständnis auf Passanten und Autofahrer, die versuchten, die Straßen nahe der Einsatzstelle zu passieren und sich damit in Gefahr brachten. Da Langwedel an einer der Straßenverbindungen von Kiel nach Nortorf liegt, musste der Verkehr bis 1.30 Uhr großräumig umgeleitet werden. Trotzdem seien noch am morgen Einsatzkräfte bepöbelt worden, als sie Autofahrer umdrehen ließen, die dicht an der Einsatzstelle vorbei und Absperrungen umfahren wollten. Manchmal vermisse er bei solchem Verhalten die Logik, sagte der Wehrführer. Dankbar zeigte sich der Einsatzleiter hingegen bei der helfenden Bevölkerung. So versorgten viele Langwedeler die Einsatzkräfte mit Getränken und Nahrungsmitteln. Die Einsatzbereitschaft sei beeindruckend gewesen.

Von der Werkstatt und einem benachbarten Wohnhaus sind nur noch Trümmer übrig. Ein weiteres Wohnhaus, das dem Betreiber der Garage gehört, ist unbewohnbar. Scheiben sind gesprungen, der Dachstuhl ist an einigen Stellen vom Feuer angegriffen worden und verkohlt. Noch in der Nacht wurden der Betreiber und seine Eltern in Langwedel untergebracht. Auch hier zeigte sich der Zusammenhalt der Gemeinde. Anlieger boten angesichts der rauchenden Trümmer spontan ihre Hilfe an.

Das Feuer war um 19.35 Uhr vom 55-jährigen Besitzer selbst gemeldet worden. Er verletzte sich bei Löschversuchen laut Polizei selbst. Auch sein 20-jähriger Sohn wurde bei Löschversuchen leicht verletzt. Im Laufe des Einsatzes wurden vier weitere Personen leicht verletzt, darunter auch eine Feuerwehrfrau. Ein 30-jähriger Nachbar wurde stationär behandelt. Der Rendsburger Rettungshubschrauber wurde zur Unfallstelle gerufen, musste aber nicht eingesetzt werden.

Die Feuerwehren aus Langwedel, Warder, Dätgen, Borgdorf-Seedorf, Schülp bei Nortorf, Timmaspe und Nortorf waren im Einsatz. Die Höhe des Sachschadens stehe noch nicht fest, teilte die Polizei mit, werde aber voraussichtlich mehr als eine Million Euro betragen. Die Kriminalpolizei in Rendsburg hat die Ermittlungen aufgenommen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen