Brand in Kälberstall : Feuer in Hohenweststedt: Nachbarn verhindern Schlimmeres

Stallbrand in Sichtweite der B 430: Ein Heulager in einem Kälberstall hatte Feuer gefangen.
Stallbrand in Sichtweite der B 430: Ein Heulager in einem Kälberstall hatte Feuer gefangen.

Nachbarn und Passanten halfen dabei, 40 Kälber aus dem brennenden Stall zu retten.

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11. April 2018, 10:07 Uhr

Hohenweststedt | Schon bevor die Feuerwehrleute am Dienstagvormittag an der Brandstelle auf einem Bauernhof in Hohenwestedt eintrafen, hatte es eine große gemeinschaftliche Rettungsaktion gegeben. Von der Rauchsäule alarmiert, eilten Nachbarn sowie einige Autofahrer herbei und halfen spontan mit, 40 Kälber aus deren brennenden Stall zu retten.

Gegen 9.45 Uhr war das Feuer in einem Heulager ausgebrochen, das im Kälberstall des Milchviehbetriebs Boye untergebracht ist. Der erste, der das Feuer bemerkte, war der Wehrführer der Nachbargemeinde Grauel, Jörg Rohweder. „Ich arbeite da drüben im HaGe-Lager und konnte den Rauch von meinem Arbeitsplatz aus sehen“, erläuterte Rohweder. Der Graueler alarmierte die Leitstelle der Feuerwehr und fuhr bewusst nicht nach Hause, um seine Einsatzkleidung anzuziehen, sondern: „Ich hab mich gleich auf den Weg zur Brandstelle gemacht, weil ich wusste, dass hier Tiere in Gefahr sind.“ Rohweder machte die Familie Boye auf das Feuer auf ihrem Hof aufmerksam und half mit, die 40 Kälber aus dem brennenden Stall zu treiben. Unterstützt wurde die erfolgreiche Rettungsaktion von mehreren Nachbarn und weiteren Autofahrern, die an der Brandstelle vorbeikamen, spontan Halt machten und mit anpackten. „Wir waren hier mit zehn Leuten zugange, um die Tiere rauszutreiben“, berichtete Uwe Boye.

Um 9.54 Uhr wurde die Hohenwestedter Feuerwehr alarmiert, und um 10 Uhr war sie mit 20 Kameraden zur Stelle. Als Einsatzleiter fungierte der stellvertretende Wehrführer Stefan Kanschat. Nachdem die Nachbarwehren aus Grauel und Nindorf eingetroffen waren, nahmen mehr als 60 Feuerwehrleute den Kampf gegen die Flammen auf. Komplettiert wurde das Großaufgebot von Kräften des Rettungsdienstes, der Polizei und der technischen Einsatzleitung des Kreises Rendsburg-Eckernförde.

50 Heuballen umfasste das Lager, das Feuer gefangen hatte. Die Hauptarbeit leisteten die 20 Atemschutzgeräteträger, die dem Feuer zu Leibe rückten. Die Wasserversorgung war unproblematisch, weil der Hof Boye an eine Abwasserverregnungsleitung der benachbarten DMK-Molkerei angeschlossen ist. „Dadurch haben wir hier unerschöpfliche Mengen von Wasser“, sagte Boye.

„Das Feuer ist unter Kontrolle“, konnte der stellvertretende Amtswehrführer Dirk Müller schon um 10.30 Uhr vermelden. Die Arbeit der Feuerwehrleute war zu diesem Zeitpunkt noch lange nicht beendet. Sämtliche Heuballen mussten mit Radlader- und Treckerhilfe aus dem Stall geholt und gelöscht werden.

Nach ersten Informationen soll ein Funkenflug bei Flexarbeiten das Stroh entzündet haben. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen des Verdachts auf fahrlässige Brandstiftung.
 

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