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Hohenwestedt : Festtage für die Fans von Barbie

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Lange Beine, blonde Haare: Barbie ist der Liebling der Mädchen. Birgit Bach hat 200 Puppen gesammelt. 85 davon sind jetzt im Heimatmuseum zu sehen.

shz.de von
erstellt am 23.Dez.2013 | 17:49 Uhr

Hohenwestedt | Marilyn Monroe und Shakira, Kleopatra und Anastasia, Quasimodo und die schöne Esmeralda: Im Heimatmuseum in der Friedrichstraße kann man derzeit die ganze Vielfalt der Barbie-Welt erkunden. Birgit Bach zeigt 85 ihrer insgesamt 200 Barbie-Puppen, von denen sie einige selbst gestaltet und eingekleidet hat. Die Ausstellung ist noch bis zum 19. Januar immer donnerstags und sonntags (jeweils 14-17 Uhr) zu sehen, Kindergartengruppen können Extra-Besichtigungstermine (unter Telefon 04871/3504) vereinbaren.

„Barbie geht mit der Mode und war auch eine Vorreiterin der Emanzipation“, sagt Birgit Bach, „sie hat mittlerweile schon über 50 Berufe gehabt, sie war unter anderem Astronautin, Rennfahrerin, Ärztin und Präsidentin: Da muss sie ja auch recht klug sein, denn sonst könnte sie all das ja nicht machen.“ Barbie sei zudem stets „top angezogen“: „Das ist ja etwas, was Mädchen und Frauen sowieso gern mögen, und wodurch Barbie auch ein Vorbild für Shopping-Queens ist.“

Die erste Barbie-Puppe der Firma Mattel kam 1959 als Spielpuppe auf den Markt. Seit Mitte der 80er-Jahre werden verstärkt Barbies für erwachsene Puppensammler produziert. „Mit diesen Sammler-Barbies wird nicht gespielt, sondern die dienen ausschließlich als Deko“, erklärt Birgit Bach, die 1992 von der Barbie-Sammelleidenschaft gepackt wurde. Damals begann eine bis heute andauernde Kooperation zwischen Mattel und Disney, im Zuge derer seitdem zu jedem neuen Disney-Zeichentrickfilmmärchen auch immer die passende Barbie mit auf den Markt kommt. „Mit sechs, sieben Filmpuppen, unter anderem zu ‚Die Schöne und das Biest’, ‚Dornröschen’ und ‚Aladin’ fing meine Sammlung an“, berichtet Birgit Bach.

Einige ihrer Sammlerstücke hat sich die Hohenwestedterin extra aus den USA kommen lassen: zum Beispiel einen Western-„Ken“, der (im Gegensatz zur deutschen Ausgabe) mit einem Colt ausgestattet ist. 2001 hat die gelernte Damenschneiderin, die bei der Bundeswehr im Bereich Bekleidungsqualitätssichtung beschäftigt ist, damit begonnen, Barbies selbst zu gestalten: von den Kleidern und Kostümen bis zu den Haaren und Wimpern. Klar, dass Birgit Bach auf diese Unikate, in denen unzählige Arbeitsstunden stecken, besonders stolz ist: auf die „Rococo Lady“ und den „Rococo Gentleman“ in selbst geschneiderten Gewändern (nach Originalschnitten aus dem 17. Jahrhundert), Kleopatra bei ihrem Triumphzug durch Alexandria (so bekleidet, wie sie in einem Geschichtsbuch von 1889 beschrieben wurde), „Victoria“ aus „Cats“ und Pocahontas „Feathers in the wind“. Auch die sagenumwobene Kriemhild hat Birgit Bach schon in Barbie-Form gebracht: „Die hab ich dann meiner Schwester geschenkt, weil die so ein großer Nibelungen-Fan ist.“

Einige ihrer Exemplare hat die Sammlerin auf Flohmärkten oder über E-Bay ergattert. Nach wie vor hält sie sich über die Neuerscheinungen auf dem Laufenden, und so steht die Barbie zum aktuellen „Schneekönigin“-Kinofilm derzeit ganz oben auf ihrer Wunschliste. Barbie ist mittlerweile auch Namensgeberin für eine psychische Erkrankung: unter „Barbie-Syndrom“ versteht man den Wunsch, wie eine Puppe auszusehen. Diesen Wunsch habe sie nie verspürt, vermerkt Birgit Bach: „Da will man doch lieber bleiben, wie man ist.“ Ihre Sammelleidenschaft findet die Hohenwestedterin gar nicht allzu bemerkenswert: „Ich hab noch eine relativ kleine Sammlung; es gibt Leute, die haben über 400 Barbies.“

Neben der Barbie-Sonderschau und seiner Dauerausstellung hat das Heimatmuseum in der Friedrichstraße noch weitere Attraktionen zu bieten: eine festlich geschmückte Döns mit Weihnachtsbaum, eine Spielzeugeisenbahn von 1935 und eine Kinder-Spielecke.

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