Festliches Silvesterkonzert mit Orgel und Trompete

Matthias Krebber und Volker Linhardt (rechts) hatten ein vielseitiges Programm zusammengestellt.
Matthias Krebber und Volker Linhardt (rechts) hatten ein vielseitiges Programm zusammengestellt.

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01. Januar 2020, 19:02 Uhr

Rendsburg | Seit zehn Jahren ist Volker Linhardt Kirchenmusiker an St. Marien. Nach seinem Dienstbeginn fand 2010 auch das erste „Festliche Silvesterkonzert“ in populärer Besetzung mit Orgel und Trompete statt. Das Angebot entwickelte sich blitzartig zum festen Termin in Rendsburg. Schon lange gilt, dass rechtzeitiges Erscheinen gute Sitzplätze sichert. So auch in der zehnten Folge.

Viel Aufhebens hat Volker Linhardt davon nicht gemacht. Stattdessen bereitete er sich mit Matthias Krebber (Trompete) vor und stellte ein Programm aus Barock, Klassik und Romantik zusammen. Mit leichter, befreiender Wirkung wie den Teilen aus der Heldenmusik (1728) von Georg Philipp Telemann zeigte es mit Fröhlichkeit auch die leichte Seite von Musik in der Kirche.

Oder festliche Stimmung wie im „Organ Tune“ von David German und von Johann Sebastian Bach berührende Seelenkost mit „Schafe können sicher weiden“ in der Fassung für Orgel und Trompete. Dafür gab es den ersten kräftigen Zwischenapplaus. Ein insgesamt vielseitiges und stimmiges Programm, das mit „Großer Herr und starker König“ auch an Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium erinnerte und tief berührte – auch weil es rein instrumental mit Trompete anstatt menschlicher Stimme gespielt wurde. „Valse melancholique“ von Henry Toby und Albert Lortzings „Thema und Variationen“ führten zu „Bach`s Strathspey“, die raffiniert ver- und bearbeitete Version der berühmten Toccata und Fuge d-Moll. Volker Linhardt spielte es allein auf der großen Orgel mit teils jazzigem Rhythmus und modernen Harmonien. Intelligent gemacht, grandios gespielt. Mitreissend. Gerne wieder!

Mit dem „Pie Jesu“ von Andrew Lloyd Webber für Orgel und Trompete bewies Linhardt, wie gut auch bekannte und populäre Melodien in die Silvesterkonzerte passen. Dazu gehört das „Prélude“ aus dem „Te Deum“ von Marc-Antoine Charpentier. Mit strahlendem Trompetenklang, nun wieder direkt vor dem Publikum auf der Chororgel gespielt, erklang die besser als „Eurovisionsfanfare“ bekannte Melodie. Langer Beifall. Danach ging es unweigerlich zurück in die Welt draußen zu Leuchtraketen und Böllern.

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