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Rendsburg : Fehlendes Personal: Ausfälle bringen Kita-Eltern in Not

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

SPD-Fraktion beantragt zwei weitere Vertretungskräfte für die vier städtischen Kindergärten.

shz.de von
erstellt am 27.Jan.2016 | 06:00 Uhr

„Drei Ausfälle im letzten Jahr, und jetzt am 8. Januar schon wieder.“ Wiederholte Schließungen der Gruppen für Kinder über 3 Jahre (Ü  3) in der Kita Neuwerk wegen Personalmangels machen Daniela Frahm (33) wütend. Vom letzten Ausfall erfuhr die Mutter des vierjährigen Lijam durch ein Schild in der Einrichtung, und zwar erst am Nachmittag des 7. Januar, als sie ihren Sohn abholte. Zu spät, um mit ihrem Arbeitgeber eine Vertretung zu regeln. „Ich musste meine Kollegen privat anrufen. Das nervt diese natürlich auch.“

Am Montagabend konfrontierte Daniela Frahm den Sozialausschuss mit ihrer Situation. Sie und eine weitere Mutter erinnerten daran, dass zu Jahresbeginn die Gebühren in den städtischen Kitas um zehn Prozent erhöht wurden. Dennoch sei die personelle Situation nach wie vor angespannt. Auf die Frage, wo man die Kinder denn hinbringen solle, wenn eine Regelgruppe wie am 8. Januar überraschend für einen Tag geschlossen werde, antwortete Fachbereichsleiter Herbert Schauer: „Es bleibt in der Verantwortung der Eltern, für ihr eigenes Kind zu sorgen. Niemand führt diese Situation vorsätzlich herbei.“

Auch er heiße den Zustand nicht gut, auch er wolle Kitas, die verlässlich arbeiteten, sagte der Chef des Ressorts Bürgerdienste später in der politischen Diskussion, als über einen Antrag der SPD-Fraktion beraten wurde. Die Sozialdemokraten hatten vorgeschlagen, zwei zusätzliche Halbtags-Vertretungskräfte einzustellen und die Finanzmittel über den Nachtragshaushalt bereitzustellen. Abgestimmt wurde darüber nicht. Die Fraktionen wollen sich zunächst intern beraten. „Es ist Verlässlichkeit für Eltern sicherzustellen. Da haben wir Nachholbedarf“, begründete SPD-Ratsfrau Elke Endres das Gesuch ihrer Fraktion. Eltern, die beruflich tätig seien, bräuchten Sicherheit, schließlich hätten auch sie gegenüber ihrem Arbeitgeber Verlässlichkeit zu zeigen.

Ende vergangenen Jahres hatte die Politik beschlossen, ab Januar zwei Aushilfskräfte in den vier städtischen Kindertagesstätten zu beschäftigen. Nach Auffassung der Verwaltung wären vier Kräfte notwendig, um einen reibungslosen Ablauf in den Häusern zu gewährleisten. Hintergrund ist der hohe Krankenstand beim Kita-Personal. Die Mitarbeiter fallen im Schnitt 16 Tage pro Jahr aus. Wie Brigitte Fugmann, Fachdienstleiterin Familie, dem Gremium mitteilte, habe erst eine der beiden neuen Halbtagskräfte die Arbeit aufnehmen können. Die andere Stellenausschreibung sei in Arbeit. Während Ausschussvorsitzender Matthias Bruhn (SPD) betonte, dass „zwei Halbtagsstellen für vier Kitas schon rechnerisch nicht funktionieren“ könne, forderte Astrid Boller-Francke (CDU) von der Verwaltung genauere Informationen über die Kosten einer Vertretungskraft. „Ohne Zahlen werden wir nichts unternehmen. Wir brauchen eine konkrete Summe.“

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