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Radfahrerin im Pech : Fataler Sturz über eine Baumwurzel

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Sie Rendsburgs Radwege schlecht gepflegt? Eine 63-Jährige zieht sich am Klinter Weg eine schwere Knieverletzung zu – und erhebt jetzt Vorwürfe gegen die Stadt.

Es passierte am vergangenen Freitag, dem 31. – doch für Heike Storm fühlte sich dieser Tag wie der „13.“ an. Sie hatte großes Pech. Die Rentnerin aus Schülp bei Rendsburg lädierte sich bei einem schweren Sturz vom Fahrrad ihr Knie.

Unfallort war der kombinierte Geh- und Radweg neben dem Klinter Weg. Kurz hinter dem Rendsburg-Ortsschild, aber noch auf Stadtgebiet, fiel die 63-Jährige über eine schlecht zu erkennende Bodenwelle. Eine Baumwurzel lässt an dieser Stelle den Asphalt aufplatzen. Der Riss zieht sich quer über den zwei Meter breiten Weg. Heike Storm, eine geübte Radfahrerin, die jedes Jahr mehrere tausend Kilometer zurücklegt, hatte keine Chance. „Durch die Bodenwelle hat es mir plötzlich den Lenker verrissen, ich machte einen extremen Hopser“, berichtet sie aus dem Krankenbett. Der Länge nach sei sie stumpf auf dem Boden gelandet, „das Rad lag auf mir“.

Geschlagene sechs Stunden verbrachte die 63-Jährige danach in der Notaufnahme der Imland-Klinik, bevor sie gründlich untersucht und versorgt werden konnte. Diagnose: Bruch der linken Kniescheibe.

Die kommenden Wochen wird die Schülperin auf Sport verzichten müssen. Klaglos hinnehmen will sie das Malheur jedoch nicht. Ihr Unmut richtet sich gegen die Stadt Rendsburg. Sie investiert ihrer Meinung nach zu wenig in die Pflege und den Unterhalt des Radwegenetzes. „Ich als Radfahrerin, die täglich zwischen Schülp, Fockbek und Rendsburg pendelt, kann ein Lied davon singen!“ In einem besonders schlechten Zustand sei die Fockbeker Chaussee im Bereich Kronwerk, so die Arzthelferin im Ruhestand. Auch in der Eckernförder Straße und in der Flensburger Straße sei es für Radfahrer gefährlich. Ruppige Übergänge an Einfahrten und Kreuzungen, nicht ausgebesserte Oberflächenschäden und zu schmale Radwege gehören zu den häufigsten Ärgernissen.

Dabei sollte eigentlich alles besser werden. Im März 2015 legte die Ratsversammlung per Beschluss fest: „Rendsburg ist fahrradfreundliche Stadt.“ In der Verwaltung verweist man auf mehrere bauliche Veränderungen, die im vergangenen Jahr tatsächlich zur Verbesserung umgesetzt wurden: An elf Standorten wurden Umlaufsperren demontiert oder verändert. Die Bügel sollen Radfahrer vor Gefahrenpunkten zum Absteigen zwingen. An drei Einmündungen wurden die Bordsteinkanten abgesenkt. Darüber hinaus, so Bauamtsleiter Frank Thomsen, sei die Fahrradstation am Bahnhof in Planung. Bei „erträglichen Ausschreibungsergebnissen“ werde sie in diesem Jahr errichtet. Er erinnert zudem auf die Aktivitäten der Entwicklungsagentur in Sachen Radverkehr, von denen auch Rendsburg profitieren wird. Auf der Aufgabenliste stehen außerdem die Radwege in der Kieler Straße und Alten Kieler Landstraße sowie zwischen Eilandpark und der Straße Am Eiland, sie werden ausgebessert oder erneuert. Zum Unfall am Klinter Weg äußert sich Thomsen auch. „Das ist natürlich sehr bedauerlich, ich wünsche der Betroffenen eine schnelle und gute Besserung.“

Heike Storm lässt unterdessen ihre rechtlichen Möglichkeiten prüfen. Eventuell hätte sie vor Gericht Chancen auf Schmerzensgeld. Denn der gemeinsame Geh- und Radweg am Klinter Weg ist zwar als solcher ausgewiesen – das blaue Straßenschild befindet sich an der Hollesenstraße. Der zusätzliche Hinweis auf „Radwegschäden“ fehlte bis gestern jedoch.

> Der Fachdienst Tiefbau im Rathaus ist zuständig für die Straßen- und Wegeunterhaltung in Rendsburg. Schäden im Wegenetz, die für Radfahrer gefährlich werden könnten, sollten gemeldet werden. Gewöhnlich rückt ein Team des Umwelt- und Technikhofs dann zügig aus. Hinweise nimmt Reiner Jochims im Fachdienst Tiefbau unter Tel. 04331/206-304 entgegen. E-Mails an: reiner.jochims@rendsburg.de.

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erstellt am 05.Apr.2017 | 06:00 Uhr

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