Fussball-Weltmeisterschaft : Fans der deutschen Elf bekennen Farbe

Der Altstädter Markt war Treffpunkt Hunderter Fußballfans.
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Der Altstädter Markt war Treffpunkt Hunderter Fußballfans.

Polizei, Einzelhandel und Fußball-Begeisterte ziehen nach dem WM-Finale eine positive Bilanz. Die Stimmung beim Public Viewing auf dem Altstädter Markt war gut.

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14. Juli 2014, 14:42 Uhr

Rendsburg | Wer gestern voller Euphorie und Stolz im Deutschlandtrikot zur Arbeit kam, durfte sich gleich anhören, dass auf dem Shirt ein Stern fehlt. Bis das neue Trikot in Rendsburg ankommen wird, dauert es allerdings noch.

Marcus Henningsen, Mitarbeiter der Intersport-Filiale im Modehaus I.D. Sievers, weiß noch nicht, wann die 90 bestellten Trikots ankommen werden. Er hat von Adidas die Meldung erhalten, dass die Ware Ende der Woche verschickt werden soll – welche Menge dann in Rendsburg ankommt, bleibt ungewiss. Zunächst werden nämlich nur Teilmengen verschickt. Neben den neuen Trikots ist bald auch das Gewinner-Shirt, welches die Nationalelf nach dem Sieg überzog, in schwarz und weiß erhältlich.

Aber selbst das alte Trikot mit nur drei Sternen ist noch kein Ladenhüter: Bei Sievers sind die Erwachsenengrößen zwar seit Sonnabend ausverkauft, aber ein paar Kindergrößen sind noch erhältlich und gingen auch gestern mehrfach über den Ladentisch.

Auch Eliza Green, Mitarbeiterin der Alten Markthalle, trug gestern wieder ihr Trikot. Sie arbeitete auch Sonntagabend, als Hunderte Fans sich auf dem Altstädter Markt trafen, um gemeinsam das Finale auf Großleinwänden zu verfolgen. Green: „Die Stimmung war super. Das Wetter hat zwar nicht mitgespielt, aber der Platz war trotzdem voll. Wir haben nur gute Resonanz bekommen.“ So auch vom stadtbekannten Weihnachtsmann und Ratsherrn Lothar Möhding: „Das war ein Fest. Es hat hingehauen wie die Faust aufs Auge, total genial.“ Die Idee, mit seinem Rauschebart Flagge zu zeigen, kam allerdings nicht von ihm. Schon im Januar, bei seiner ersten und vermutlich letzten Rasur in diesem Jahr, hatte seine Frisörin ihm vorgeschlagen, mal Farbe zu bekennen. An diesen Geistesblitz erinnerte sie sich nun und so gab es für Möhding kein Zurück mehr. Gestern war die Farbe zwar wieder herausgewaschen, aber Sonntag trug sie noch zur guten Stimmung bei. Per Mikrofon hat Möhding Stimmung gemacht und freute sich im Nachhinein, dass alle Fans ausgelassen, aber friedlich feierten: „Ich hoffe, dass das in Zukunft immer so ist.“

Ein ähnliches Fazit zog auch Polizeisprecher Sönke Hinrichs: „Alles gut!“ Nach dem WM-Finale habe es keine besonderen Vorkommnisse gegeben, sagt er. Der Polizeieinsatz war um 3.15 Uhr beendet. Der Autokorso, der sich nach dem Spiel in der Innenstadt gebildet hatte, sei erwartungsgemäß länger gewesen als bei den vorangegangenen Spielen. „Mehrere Hundert Autos“ seien es gewesen und an der Tankstelle am Thormannplatz, die sich offensichtlich als Treffpunkt etabliert hat, trafen sich Sonntagnacht bis zu 600 Fußballbegeisterte.

„Man weiß nie, wie die Stimmung nach einem verlorenen Spiel kippt“, ist die Erfahrung von Hinrichs. In Rendsburg sei sie aber „ausgelassen und der Lage angepasst“ gewesen. Der Einsatz konnte ausschließlich mit Rendsburger Kräften und Kollegen aus dem Bezirksrevier gestemmt werden.

Auch auf der Geburtenstation der Imland-Klinik herrschte gute Stimmung. Die Schwangeren, aber auch das Klinikpersonal, seien gut drauf gewesen, berichtet Hebamme Lili Christensen. Teilweise in den Nationalfarben geschmückt waren die Ärzte und Hebammen im Einsatz. Während des Finales kam jedoch kein Kind zur Welt. Das soll in neun Monaten ganz anders sein: „Da erwarten wir einen Babyboom“, sagt Christensen lachend.

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