Arche Warder : Familientradition wird fortgeführt

Ab in den Hänger: Eselstute „Tadjine“ wurde von Josefine Lohse mit einem Leckerli gelockt. Gemeinsam mit Thomas Petersen ging es gestern auf nach Berlin. Dort präsentiert sich die Arche Warder auf der Internationalen Grünen Woche.
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Ab in den Hänger: Eselstute „Tadjine“ wurde von Josefine Lohse mit einem Leckerli gelockt. Gemeinsam mit Thomas Petersen ging es gestern auf nach Berlin. Dort präsentiert sich die Arche Warder auf der Internationalen Grünen Woche.

Poitou-Eselstute „Tadjine“ reist nach ihrem Sohn und Mann nun auch nach Berlin zur Internationalen Grünen Woche.

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16. Januar 2015, 06:00 Uhr

So ganz koscher kam es „Tadjine“ nicht vor, als Pfleger Thomas Petersen und Auszubildende Josefine Lohse die Eselstute im Morgengrauen in den Anhänger bugsierten. Erst mit liebevollen Anstößen und der nötigen Portion Leckerlies ließ sich das Tier um acht Uhr morgens doch noch überreden und wagte den Schritt in den mit Heu ausgelegten Anhänger. Für „Tadjine“ und sechs weitere tierische Freunde ging es in die Hauptstadt: In Berlin nehmen die Delegierten der Arche Warder bereits zum achten Mal an der Internationalen Grünen Woche teil.

Besonders freuen sich Thomas Petersen und Stephanie Klingel vom Arche Warder Team, dass mit „Tadjine“ die Familientradition der Poitou-Esel fortgeführt wird. „Erst war ,De Gaulle’ immer mit von der Partie, als dieser verstarb nahm sein Sohn ,Charles’ an der Messe teil und nun ist es die Mutter beziehungsweise Frau“, erklären die beiden. Auf der Messe in Berlin wird sich die Eselstute nicht nur als seltenes Rassetier zeigen, auch ihre Funktion als Nutztier soll präsentiert werden. Mit Körben als Pack- und Lasttier können die Besucher die Vorzüge dieser seltenen Rasse- und Nutztiere bewundern.

„Tadjine“ reist aber nicht allein in die Hauptstadt. Neben sechs Mitarbeitern der Arche Warder kommen auch noch fünf Thüringer Waldziegen sowie die beiden Hinterwälder-Rinder-Zwillinge „Schorsch“ und „Beate“ mit. „Die Geschwister sind bei uns von der Hand aufgezogen worden und sind daher ganz besonders zutraulich“, erklärt Stephanie Klingel. Schon einen Tag vor der Abreise war die Amtstierärztin zu Besuch. „Allen Tieren geht es wunderbar.“

Für die Arche Warder ist es bereits das achte Mal, dass sie diese wichtige Messe als Aussteller nutzt, um auf die Gefährdung von seltenen Nutztierrassen aufmerksam zu machen, Zucht- und Kooperationspartner zu finden und sich zu vernetzen. Produkte aus der Arche Warder werden dort nicht verkauft, „es geht mehr darum, die Kontakte zu pflegen und neue entstehen zu lassen“, so Klingel. „Wir treten mit anderen Züchtern in Kontakt, die dann zum Beispiel bei uns Tiere kaufen können oder wir bei ihnen.“

Nicht nur für die Tiere ist dies ein spannender Ausflug. Auch für die Mitarbeiter sei die Messe wie ein großer Familienausflug. Eselpfleger Thomas Petersen hat für „Tadjine“ extra eine Videokamera in dem Anhänger installiert, damit er „seine“ Eselstute während der Fahrt nicht aus den Augen lassen muss. Frisches Heu, zusätzliche Schoner und eine kuschelige Decke komplettieren die Reiseausstattung. „Ein bisschen verwöhnen muss ja schließlich sein“, schmunzelt Esel-Liebhaber Petersen.


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