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Angebot der Brücke : Familienhebammen geben Halt

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Wenn einer jungen Mutter alles über den Kopf wächst, kann eine Familienhebamme helfen. Ab dem 1. Oktober sind drei Expertinnen im Kreis Rendsburg-Eckernförde für die Hilfe in belasteten Situationen tätig. Im Vordergrund steht der Aufbau der Mutter-Kind-Beziehung.

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erstellt am 21.Sep.2013 | 06:15 Uhr

Babys sind wunderbar, rosig  und niedlich. Babys können aber auch anstrengend sein, wenn sie schreien, sich winden, krank werden, nicht einschlafen wollen. Hebammen kümmern sich nach der Geburt für einige, von den Kassen bezahlte Stunden um Mutter und Kind. In vielen Fällen ist das aber  nicht genug, Fragen bleiben offen, Ängste wachsen. Genau dort setzt die Idee der  „Familienhebamme“ an – sie kann bis zu einem Jahr  dem Neugeborenen und seinen Eltern  helfen.

Bei der „Brücke Rendsburg-Eckernförde“ sind nun im Auftrag des Kreises Rendsburg-Eckernförde drei  Familienhebammen eingestellt worden. Die Expertinnen werden ab dem 1. Oktober im gesamten Kreisgebiet vom Altkreis Eckernförde bis zum Bereich Nortorf Familien mit einem vermehrten Hilfebedarf zur Verfügung stehen.  Christel Buttenschön, Sabine Koopmann und Susanne Hilker-Krack sind  seit vielen Jahren freiberuflich als Hebammen tätig und haben für ihre neue zusätzliche Aufgabe eine spezielle Ausbildung  absolviert. Finanziert wird das Projekt mit 30 000 Euro Bundesmitteln  für ein Jahr. Hintergrund ist das neue Bundeskinderschutzgesetz. Mit ihm sollen vor allem Kleinkinder von Beginn an vor Vernachlässigung geschützt werden.

„Mein Ziel ist es vor allem, die Mutter-Kind-Bindung zu stärken“, sagt Sabine Koopmann. „Ich möchte, dass die Frauen ihre natürlichen Stärken als Mutter erleben und Nähe zu ihrem Baby aufbauen können.“  Auch in Ernährungsfragen und bei der Babypflege stehen die erfahrenen und geschulten Familienhebammen mit Rat und Tat zur Seite. Sie helfen den Eltern, die Bedürfnisse des Säuglings zu erkennen. Außerdem begleiten die Hebammen die Mütter und Väter mit ihrem Nachwuchs zu Kinderarzt und Ämtern.   Familienhebammen geben Halt.  Denn wenn es nicht gelingt, im ersten entscheidenden Lebensjahr eine stabile Mutter-Kind-Beziehung aufzubauen, wird das Kind Defizite haben.

„Wir haben außerdem  eine Lotsenfunktion“, beschreibt Christel Buttenschön eine   weitere   wichtige Aufgabe.  Denn die Expertinnen sind mit den weiteren Angeboten im Bereich der „Frühen Hilfe“  eng vernetzt. Sie können den Müttern und Vätern     Tipps   geben zu Beratungsstellen, Kursen oder  Ansprechpartnern  in den Behörden. „Den Familienhebammen kommt aufgrund ihres Ausbildungsprofils eine Schlüsselrolle im Bereich der Frühen Hilfe zu“, bekräftigt Norbert Schmidt, Leiter des Jugendamtes des Kreises Rendsburg-Eckernförde, die zentrale Funktion der Fachfrauen  als Wegweiserinnen     im Alltag mit einem Säugling. 

Der Bedarf an Hilfe besteht vor allem für sehr junge Mütter, die sich überfordert mit der neuen Situation fühlen. Auch bei einer Mehrlings- oder Frühgeburt oder einem sogenannte „Schreikind“ brauchen die Eltern  Entlastung. Ebenso sind Alleinerziehende   auf Unterstützung und Ermutigung angewiesen.  Kommen dann noch  eine psychische Belastung oder Erkrankung eines Elternteils, soziale Isolation der Familie und eine finanzielle Notlage hinzu, sind die Grenzen der Kraft   erreicht. Nicht nur das Baby braucht in dieser Situation  Zuwendung.  „Es ist wichtig,“, erklärt Sabine Koopmann, „dass auch die Mutter einmal  bemuttert wird.“Helma Piper

 Kontakt: Clearing-Telefon der „Brücke“: 04331 / 132340, Montag bis Freitag von 9-16 Uhr.    

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