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Landeszeitung

16. Dezember 2017 | 18:35 Uhr

Falscher Mörtel verursacht Risse

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Planungsbüro war aus Sicht der Kirche in Hanerau-Hademarschen verantwortlich / Lieferscheine vermutlich nicht genau genug überprüft

Ein falsch gelieferter Mörtel ist Ursache für die Rissbildung in der Mauer der St.-Severin-Kirche in Hanerau-Hademarschen. Zu diesem Ergebnis kommt das im Zuge des Beweissicherungsverfahrens erstellte Hauptgutachten des gerichtlich bestellten Sachverständigen Diplom-Ingenieur Klaus Reichenberger. In einem Pressegespräch stellte der Rechtsanwalt Dr. Jürgen Punke zusammen mit Vertretern des Kirchengemeinderats und des Kirchenkreises das Ergebnis vor und zeigte die weiteren Verfahrensschritte auf.

Demnach habe ein Buchstabendreher in der Bezeichnung des Mörtels dazu geführt, dass nicht der für das gipshaltige Mauerwerk der Kirche ausgeschriebene sulfatfreie Verpressmörtel verwendet wurde, sondern ein sehr ähnlich klingender sulfathaltiger Mörtel zum Einsatz kam. Der führte zu einer Reaktion von Gips und Zement und zur Neubildung des Treibminerals Thaumasit. „Durch die Ausdehnung und den damit erhöhten Raumanspruch des Minerals entfaltete sich eine Sprengwirkung, die zur Rissbildung im historischen Mauerwerk geführt hat“, heißt es dazu in einer Presseerklärung des Kirchenkreises.

Den Fehler sieht der Gutachter bei den beauftragten Planungsbüros, die die Bauüberwachung inne hatten. „Aufgrund des für den Erfolg der Maßnahme so wichtigen Tatbestandes, dass auch wirklich der richtige Mörtel verwendet wird, hätte hier die Bauüberwachung besonders genau sein müssen und die Lieferscheine sowie die Eignung des tatsächlich angelieferten Mörtels überprüfen und dokumentieren müssen“, zitierte der Anwalt aus dem Gutachten. Die Kirchengemeinde Hanerau-Hademarschen hat Klage auf Übernahme der Schadenskosten sowie die Feststellung der Eintrittspflicht gegen das beauftragte Architekten-Team sowie gegen das beratende Ingenieurbüro erhoben. Die Klage ist seit Juli dieses Jahres beim Landgericht Kiel anhängig. Ein erster Anhörungstermin ist für Ende November vorgesehen. „Wer für den Mangel verantwortlich ist, wird nun im Hauptsacheverfahren geklärt, denn das Beweissicherungsverfahren ersetzt nicht die Klage, sondern führt nur zu einer beweisgesicherten Feststellung der Ursächlichkeit des Mangels“, sagte der Anwalt.

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