zur Navigation springen
Landeszeitung

11. Dezember 2017 | 01:37 Uhr

Fahrkartenautomat erneut gesprengt

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Unbekannte Täter zerstören Gerät am Bahnhaltepunkt Bredenbek zum zweiten Mal und verursachen Schaden von 55 000 Euro

shz.de von
erstellt am 13.Apr.2015 | 14:44 Uhr

Am Bredenbeker Bahnhaltepunkt hat es schon wieder geknallt: In der Nacht auf Sonntag sprengten dort unbekannte Täter gegen 3 Uhr erneut den Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn in die Luft. Sprengstoffexperten des Landeskriminalamtes haben nun die Ermittlungen aufgenommen. Schon am 5. März war der Automat auf diese Weise beschädigt und das enthaltene Geld gestohlen worden. Mitte Februar hatten Unbekannte versucht, den Automaten aufzubrechen, blieben allerdings erfolglos.

Nach Auskunft der Polizei hat die Wucht der Explosion den aus massivem Metall gearbeiteten Fahrkartenautomaten geöffnet und dessen Innenleben zerstört. Der Automat wurde vom Sockel gerissen. Den Geldspeicher haben die Täter mitgehen lassen. Wie hoch die Beute ist, ist unbekannt. Klar ist hingegen, dass nach derzeitiger Schätzung der Bahn am Wartehaus ein Totalschaden entstanden ist. Die Kosten belaufen sich auf rund 25  000 Euro. Der Ersatz des beschädigten Automaten ist noch teurer, teilte eine Bahnsprecherin auf Nachfrage mit. Aus ihrer Sicht besonders ärgerlich: „Obwohl die Automaten wegen häufiger Leerungen oft nur wenige hundert Euro an möglicher Beute enthalten, kann der Ersatz eines beschädigten Automaten bis zu 30  000 Euro kosten.“

Auch die Bredenbeker ärgern sich, berichtete Bürgermeister Dr. Bartelt Brouer. „Wenn es rechtlich möglich ist, hätte ich kein Problem damit, wenn der Automat im Zentrum der Gemeinde aufgestellt wird“, zeigte er sich offen. „Man könnte die Automaten aber auch wieder in den Zügen installieren“, so Brouer. Er weiß: „Die meisten Bredenbeker – ob Schüler oder Pendler – haben Monatskarten und ziehen ihre Tickets gar nicht am Automaten.“ Deshalb lohne es sich aus seiner Sicht kaum, den Automaten zu zerstören, um an das Geld zu gelangen.

Ebenfalls wertlos wird das Geld durch eine Technik, die die Bahn im Kampf gegen Kriminelle zunehmend einsetzt. „Bereits im Praxiseinsatz sind Farbpatronen in den Geldkassetten von Fahrscheinautomaten. Bei Erschütterungen sorgen die Patronen dafür, dass alle Geldscheine mit einer nicht ablösbaren Farbe durchtränkt werden. Das Geld ist damit wertlos, der Aufbruch sinnlos“, so die Bahnsprecherin. Ob auch die Geldkassette aus Bredenbek mit einer Farbpatrone versehen war, behielt das Unternehmen für sich, um die laufenden Ermittlungen nicht zu beeinflussen. Dieser Technik gibt die Bahn zudem offenbar den Vorzug gegenüber der aufwendigen Überwachung per Videokamera.

Die Tat ist kein Kavaliersdelikt: Die Beamten ermitteln wegen des Verdachts der Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion. Das wird mit einer Freiheitsstrafe ab einem Jahr geahndet. Obwohl es bereits die zweite Sprengung war, hat die Polizei noch keine heiße Spur. Die Methode wird offenbar nur in Bredenbek zur Masche. Laut Stefan Jung vom Landeskriminalamt hat es in den vergangenen Wochen keine ähnlichen Fälle gegeben. Sprengstoffdelikte häufen sich ihm zufolge eher um den Jahreswechsel. Er schließt aber nicht aus, dass bei der jüngsten Tat ein „Polenböller“ benutzt worden ist. „Die können die Sprengwirkung einer Handgranate erreichen“, sagte er.

Die Polizei bittet Zeugen, sich unter Tel. 04  31/16  06  11  11 oder 110 zu melden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen