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Owschlag : Fälschungen mit geschultem Blick entlarven

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Owschlager Ex-Diakon Klaus Baumann freut sich sehr über Briefmarken-Kuriositäten.

Zahlreiche Beispiele für Briefmarkenfälschungen hat der Diakon Klaus Baumann in seiner umfangreichen Sammlung. Es sind winzige Kleinigkeiten, an denen der leidenschaftliche Briefmarkensammler Fälschungen entlarvt. Ein genauer Blick auf den Stempel könne sehr aufschlussreich sein, betont Baumann. „Sehr häufig wurden ungültige Stempel verwendet. Es wurden nicht nur Entwertungs- sondern auch Prüferstempel gefälscht“. Falsche Aufdrucke auf der Bildseite, nachgummierte Marken, Marken mit fehlendem Wasserzeichen, es gibt viele verschiedene Fälschungsvarianten, wie Baumann an Beispielen belegt. „Bei der Suche nach fehlenden Marken in der Sammlung sollte darauf geachtet werden, ob die Gültigkeitsdauer der Marke mit dem Stempeldatum übereinstimmt“, rät Baumann und zeigt etliche Beispiele von nicht zeitgemäß frankierten Marken, wie die aus dem Deutschen Reich, die 1956 in Karlsruhe abgestempelt wurden. „Ein Breklumstempel auf einer DDR-Marke, ein Den Haag-Stempel auf einer belgischen Marke – solche Sachen lasse ich unter Kuriositäten laufen“, so der Philatelist. Mitunter könne man die Fälschung auch daran erkennen, dass die Adresse erst nach der Stempelung angebracht worden sei, erklärt der Experte und demonstriert dies am Beispiel einer „Flug Postkarte“ mit Luftschiff Graf Zeppelin-Stempel. Auch Nachdrucke, die nicht ordnungsgemäß als Replik gekennzeichnet seien, würden zur Täuschung von Sammlern benutzt werden.

Bei seiner blauen Mauritius sei hingegen auf den ersten Blick erkennbar, dass es sich hierbei um das Replik einer Legende handeln würde. „Bei teuren Marken empfiehlt es sich immer, die Marke einem Verbandsprüfer vorzulegen”, empfiehlt Baumann,der seit 56 Jahren Briefmarken sammelt. Mit Eintritt in den Ruhestand 1996 wurde der Diakon Mitglied im Bundesverband der Philatelisten und trat gleichzeitig dem Briefmarkensammelverein Kropp bei. Seitdem besuche er regelmäßig alle Tauschtage von Flensburg bis Elmshorn, berichtet der Owschlager schmunzelnd. „Briefmarkensammeln ist ein erholsames und vielfältiges Hobby“, erklärt Baumann seine Leidenschaft. Er habe sehr viel Freude an den Kontakten zu anderen Sammlern in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Stolz zeigt Baumann seine neueste Errungenschaft, die er von einem österreichischem Briefmarkenfreund zugeschickt bekommen hat: Eine lederne Marke in Form einer Lederhose. „Die Österreicher und Schweizer sind führend auf dem Gebiet der besonderen Marken“, weiß Baumann und stellt eine Porzellanmarke mit Rose und einen Briefumschlag mit Ammonit, beide aus der Schweiz stammend, zur Schau. Doch auch in Portugal gäbe es besondere Marken, betont Baumann und belegt dies mit einer dekorativen Korkpostkarte mit Korkbriefmarke.

Seit einigen Jahren organisiert der Diakon jedes Jahr am ersten Adventswochenende eine Ausstellung mit Briefmarkentauschtag in Rickling, zu der regelmäßig „Zackenfreunde“ aus ganz Schleswig-Holstein und Dänemark kommen. In diesem Jahr lautet das Motto „Ballonpost und Briefmarken mit Ballonmotiven aus vielen Ländern“. Doch auch dem Thema „Briefmarkenfälschungen und Nachdrucke“ war schon eine Ausstellung gewidmet.

„Durch den Austausch mit Kollegen schärfte sich das Auge immer mehr“, erklärt Baumann, wie es dazu kam, dass er sich mit Fälschungen beschäftigt. Weiteres Fachwissen habe er sich aus Zeitschriften zu dem Thema, Informationen durch den Verband sowie dem Sonderheft „Gegen Fälscher und Betrüger“ angeeignet. In Vorträgen informiert Baumann ausführlich über die Techniken der Fälscher und möchte somit die Sammler davor bewahren, auf Marken hereinzufallen, an denen manipuliert wurde. Mit dem neuerworbenen Wissen, einem guten Katalog mit Farbabbildungen, einer Lupe und einer Pinzette könne jeder Sammler schon einige Veränderungen selbst erkennen, meint der Experte.

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