Haschisch : Fachleute gegen Erhöhung der Sechs-Gramm-Grenze

Experten sprechen sich gegen eine Erhöhung der Bagatellmenge zum Eigenverbrauch bei Haschisch aus.

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08. September 2012, 10:17 Uhr

Kiel | Das Urteil ist mehr als eindeutig: 66 Fachleute aus der Suchtarbeit wurden befragt, was sie von den Plänen der Landesregierung halten, die Bagatellmenge zum Eigenverbrauch bei Haschisch von derzeit sechs Gramm anzuheben, so wie es der Koalitionsvertrag vorsieht. 88 Prozent der Befragten sind gegen eine Erhöhung der Grenze. Die derzeitige Grenze von sechs Gramm, bei der die Staatsanwaltschaft das Verfahren wegen des Besitzes der illegalen Droge in der Regel einstellt , wird für sinnvoll gehalten. "Ziel der Koalition ist eine bundeseinheitliche Regelung. In 13 Bundesländern gilt derzeit die Grenze von sechs Gramm", erklärte Sozialministerin Kristin Alheit (SPD) am Freitag.
Vordringliche Aufgabe in der Drogenpolitik ist, ein möglichst niedrigschwelliges Präventionsangebot zu ermöglichen. Befragt wurden die Suchtexperten auch zum Thema "Drogenkonsumräume". 58 Prozent sehen grundsätzlich positive Effekte durch Drogenkonsumräume, wie sie in Großstädten wie Berlin und Frankfurt eingerichtet wurden. Für Schleswig-Holstein sehen allerdings derzeit nur 27 Prozent der Fachleute einen Bedarf dafür.
"Erprobung von Drug-Checking"
Zum Thema "Erprobung von Drug-Checking" ist die Meinung ebenfalls geteilt: Gut die Hälfte sieht dieses Instrument als sinnvoll an, 43 Prozent fürchten negative Effekte wie eine Verharmlosung von Drogen und einen Anstieg des Konsums und damit auch der Suchtkranken. Eindeutig (91 Prozent) abgelehnt wird Drugchecking, sofern es durch die regulären Suchthilfemittel finanziert würde.
Beim Drogenchecking soll ein Laborbus zum Beispiel vor Diskotheken die kostenlose Überprüfung von illegalen Drogen auf ihren Reinheitsgehalt anbieten. "Oberste Priorität in der Drogenpolitik ist es, ein drogenfreies Leben zu fördern." Darin sind sich alle Beteiligten einig und dies wird erneut durch die Stellungnahme bestätigt" sicherte Alheid zu. Bei den weiteren Prüfungen sollen neben Suchtexperten auch Justiz und kommunale Seite einbezogen werden.

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