zur Navigation springen

Büdesldorf : Fachkräfte sollen Flüchtlinge betreuen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Büdelsdorf stellt Konzept zur Integration von Asylbewerbern vor. Eine neue Stelle wird geschaffen.

von
erstellt am 10.Feb.2015 | 05:06 Uhr

Mit mehr Personal will die Stadt Büdelsdorf gemeinsam mit der Arbeiterwohlfahrt (Awo) den wachsenden Flüchtlingszahlen begegnen. Die Politik ist sich einig, dass mit der Organisation von Wohnraum die Arbeit noch längst nicht getan ist. Die soziale Betreuung und Integration von Asylbewerbern ist ein weites und wichtiges Feld, das in Büdelsdorf künftig von Fachkräften betreut werden soll.

In einem umfassenden Konzept haben Awo und Stadt jetzt die Ziele und Aufgabengebiete für die neuen Mitarbeiter formuliert: Die Stelle wird bei der Arbeiterwohlfahrt ansässig sein und ist zweigeteilt – ein Angestellter ist für die soziale Betreuung zuständig, der andere kümmert sich vorrangig um das Thema Sprache, erklärt Bürgermeister Jürgen Hein im Gespräch mit der Landeszeitung. Die Zuständigen sollen den Asylbewerbern erste Orientierung geben, sie über Einkaufsmöglichkeiten aufklären, Kitas und Schulen zeigen oder bei Behördengängen und Arztbesuchen unterstützen. Die Hilfe bei nachbarschaftlichen Konflikten und Aufklärung über Geschlechterrollen gehören ebenfalls zu den Aufgaben.

Doch eine Stelle allein kann all das nicht auffangen, ist sich Bürgermeister Jürgen Hein sicher. Für 2015 rechnen er und Peter Schwedt, Leiter des Bürger- und Sozialbüros, mit mehr als 100 Asylbewerbern in Büdelsdorf. Deshalb soll die Betreuung durch engagierte Bürger – zum Beispiel in einem Patenschaftsprogramm – unterstützt werden. „Aber auch die ehrenamtlichen Helfer müssen betreut werden“, betont Hein. Man könne sie nicht einfach mit einem schwer traumatisierten Menschen losschicken. Deshalb wird es Aufgabe der neuen Mitarbeiter sein, die Arbeit der Ehrenamtler zu koordinieren und ihnen mit Rat zur Seite zu stehen. Bisher war nur ein Sozialarbeiter der Stadt für die Asylbewerber zuständig. Doch da dieser mit dem Thema Wohnraum schon voll ausgelastet ist, hat die Politik dringenden Handlungsbedarf gesehen, erklärt Hein den Grund für das neue Konzept. Künftig wird der Sozialarbeiter der Stadt sich weiter um die Wohnraumbeschaffung kümmern.

In Büdelsdorf sind die Asylbewerber dezentral untergebracht, aktuell hat die Stadt 14 Wohnungen angemietet. Bis Mitte des Jahres werde sich daran kaum etwas ändern, doch Hein betont: „Wir müssen uns ernsthaft darüber Gedanken machen, ob wir bauen müssen.“ Wenn die Stadtvertretung am Donnerstagabend den Haushalt verabschiedet, ist die Grundlage für das Konzept gegeben. Die ersten Bewerbungsgespräche sind bereits für nächste Woche geplant, so dass die Arbeit ab März beginnen kann. Für die Stelle bevorzugen Hein und Schwedt Sozialpädagogen – am liebsten mit Migrationshintergrund. Die neuen Mitarbeiter werden bei der Awo angestellt und dort ihr Büro haben, die Stadt übernimmt die Personalkosten von jährlich 40  000 Euro.

Derzeit hat Büdelsdorf 77 Asylbewerber aufgenommen. Die meisten stammen aus dem osteuropäischen Raum. Der Anteil an Syrern, Albanern oder Kosovoflüchtlingen ist ebenfalls hoch. Der Leiter des Bürger- und Sozialbüros rechnet damit, dass Büdelsdorf in diesem Jahr insgesamt mehr als 100 Asylbewerber betreuen muss. Damit würden die Flüchtlinge rund ein Prozent der Büdelsdorfer Bevölkerung ausmachen.

>Die Stadtvertretung tagt am Donnerstag, 12. Februar, um 19.30 Uhr im Regionalen Bürgerzentrum.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen