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Arbeitsmarkt : Fachkräfte auch für kleine Firmen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Wirtschaftsförderung des Kreises beteiligt sich an überregionaler Initiative mit Dänemark / Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern im Fokus

shz.de von
erstellt am 27.Feb.2014 | 17:21 Uhr

Die Unternehmen in Rendsburg-Eckernförde sollen von einer überregionalen Kooperation über die Bundesgrenze hinweg profitieren: Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises hat sich dem Projekt „Knowledge2Employment“ („Wissen zu Beschäftigung“) angeschlossen. Damit soll es vorbei sein, dass sich Fachkräfte in der Region zwischen Eckernförde und Sonderburg gut ausbilden lassen und dann weggehen, weil sie hier keine Beschäftigung finden. Sechs deutsche und dänische Wirtschaftsförderer haben deshalb in Flensburg das gemeinsame Projekt gestartet, das Unternehmen helfen soll, Fachkräfte zu finden und diesen Fachkräften Hinweise auf interessante Stellen gibt.

Fehlende Fachkräfte sind ein ständig größer werdendes Problem für die Unternehmen in der Region. Und viele dieser Unternehmen haben anspruchsvolle Stellen im Angebot, von denen gerade ausgebildete Leute nichts wissen. Diese beiden Enden will die neue Initiative zusammenbringen, schilderte der Flensburger Wirtschaftsförderer Olaf Krüger, dessen Gesellschaft die Führung in dem Projekt übernommen hat. Eine weitere wichtige Aufgabe sei es, mit diesem Projekt die Wettbewerbsfähigkeit der Region zu sichern. Ansiedlungswillige Firmen träfen ihre Entscheidung auch danach, ob sie am Zielort gut ausgebildetes Personal finden.

Ole Strandlyst (Apenrade) betonte, dass der Fachkräftemangel ein wachsendes Problem in Dänemark sei. Ob gut ausgebildetes Personal nun nördlich oder südlich der Grenze bleibe, „ist mir Wurst. Hauptsache, es bleibt in der Region.“ Strandlyst und sein Kollege aus Tondern, Mikkel Johansen, sagten übereinstimmend: „Wir freuen uns auf das Projekt.“

Prägnant beschrieb der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Rendsburg-Eckernförde, Pascal Ledune, die Personalsituation der Unternehmen: „Früher haben sich die Unternehmen die Mitarbeiter ausgesucht. Jetzt suchen sich die Mitarbeiter die Unternehmen aus.“ Ihm zufolge sind besonders kleinere Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern angesprochen, egal aus welcher Branche. „Die fallen oft hinten herunter, obwohl wir davon viele in der Region haben“, sagte Ledune. Das Projekt funktioniere in zwei Richtungen: Es seien sowohl Fachkräfte angesprochen als auch die Firmen. „Es geht darum, deren Erfahrungen zu sammeln.“ Es handele sich um ein lernendes Projekt. Aus der Zusammenarbeit mit den Dänen verspricht er sich zu sehen, wie die das Problem angehen.

Was soll das neue Projekt leisten? Bei allen Firmen gelte es, den Bedarf zu ermitteln und für potenzielle Bewerber das Unternehmen und seine Möglichkeiten zu beschreiben. Es entstehen ein Leitfaden als Rekrutierungshilfe und eine Internetplattform zur Information. Dies geschehe nicht als Konkurrenz, sondern in Partnerschaft zu bestehenden Einrichtungen, etwa der Agentur für Arbeit. Dargestellt werden auch die Ausbildungsmöglichkeiten in der Region, geholfen werde bei der Vermittlung von Praktika und Bachelor-Arbeiten.

Das Vorhaben wird als Interreg-Projekt gefördert. Die Laufzeit ist bis Mitte 2015 vereinbart. Ausdrücklich richtet sich „Knowledge2Employment“ nicht nur an Hochschulabsolventen, sondern an alle Fachkräfte mit abgeschlossener Ausbildung.

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