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Neue Ausstellung : Expressive Kunst bei Wind und Wetter

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Ausstellung „Zwischen den Meeren“ mit Werken von Christopher Lempfuhl wurde in Rendsburg eröffnet. Der Berliner Künstler malt immer draußen – und nur mit den Fingern.

shz.de von
erstellt am 02.Dez.2013 | 09:41 Uhr

Er malt mit den Fingern. Er arbeitet immer an der frischen Luft. Und er spart nicht an Farbe. Bilder von Christopher Lehmpfuhl sind jetzt im „Kunsthaus Müllers“ an der Marienkirche in Rendsburg zu sehen.

Wellen und Sturm, Strand und windgepeitschte Bäume hat Lehmpfuhl, Meisterschüler von Professor Klaus Fußmann an der Hochschule der Bildenden Künste in Berlin, auf die Leinwand gebracht. In seiner Ausstellung unter dem Titel „Zwischen den Meeren“ ist der weite Sandstrand bei St. Peter-Ording zu sehen, ein Mohnfeld bei Sonderborg, eine „Mühle mit Abendhimmel“ an den Düppeler Schanzen. Dort hat Stephan Richter, der eine Einführung in die Ausstellung gab, den Künstler bei der Arbeit hautnah erlebt. Der Sprecher der Chefredakteure des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags (sh:z) schilderte, dass Lehmpfuhl „wie ein Feldherr“ die Schanzen überblickt habe, kurz in die Sonne blinzelte und dann kurzerhand auf einen Hügel zusteuerte, auf dem große zerstörte Betonquader aus der Schlacht von 1864 lagen. „Die Weite und das besondere Licht an der Küste hinunter zur Flensburger Förde hat den Maler beflügelt“, sagte Richter. „Es war nicht mehr klar, ob er das Motiv gefunden hat oder das Motiv ihn.“

Wenn Lehmpfuhl malt, dann geht Farbe drauf. Seine Ölfarbe schleppt er in Fünf-Liter-Eimern aus seinen Mercedes-Sprinter. „Tuben würden mich wahnsinnig machen“, gestand er gegenüber der Landeszeitung ein. Auf seine Leinwände („Ich nehme nur bestes belgisches Leinen“), die bis zu 180 mal 240 Zentimeter groß sind, trägt er die Farbe mit den Fingern auf. „Da gehen auch mal 30 oder 40 Kilo für ein Bild drauf“, macht Lehmpfuhl deutlich. Expressiven Impressionismus nennt er seinen Malstil, oder auch eher scherzhaft „haptischen Plein-Airismus“, weil er mit den Händen und immer draußen malt.

Aus Lehmpfuhls reliefartigen Bildern entwickle sich eine Magie, sagte Stephan Richter. Auf der einen Seite werde die Landschaft auf das Wesentliche reduziert, vieles bliebe nur angedeutet. Trotz dieser Reduktion aber habe der Betrachter das Gefühl, als verschmelze das gemalte Bild mit der Landschaft, als hätten Wind, Wasser, Regen, als hätten Ebbe und Flut mitgemalt.

 

 

 

>Die Ausstellung „Zwischen den Meeren“ im „Kunsthaus Müllers“ ist vom 3. Dezember bis zum 5. Januar kommenden Jahres geöffnet (Dienstag bis Freitag von 10 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr, sonnabends und sonntags von 10 bis 14 Uhr).

 

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