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Hilfsfonds : Ex-Innenminister setzt sich für arme Kinder ein

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Andreas Breitner übernimmt die Schirmherrschaft für den Kinderhilfsfonds des Roten Kreuzes.

shz.de von
erstellt am 14.Jul.2017 | 09:52 Uhr

Gut 2400 Euro gab der Kinderhilfsfonds im vergangenen Jahr für Kinder in Not aus. Mit Andreas Breitner, dem ehemaligen Rendsburger Bürgermeister und Ex-Innenminister, hat die Organisation ab sofort einen neuen Schirmherrn. Breitner löst damit den Rechtsanwalt Dr. Markus Göldner ab, der das Amt zwei Jahre bekleidete und inzwischen Vorsitzender des DRK-Kreisverbands ist. LZ-Mitarbeiterin Katharina Bambenek hat sich mit Andreas Breitner über Kinderarmut und sein neues Amt unterhalten.

Herr Breitner, wieso haben Sie sich dazu entschieden, die Schirmherrschaft für den Kinderhilfsfonds zu übernehmen?

Ich will nicht akzeptieren, dass manche Kinder in einer reichen Gesellschaft wie unserer nicht das mitmachen können, was für alle anderen in ihrem Alter selbstverständlich ist. Das fängt beim Schwimmen gehen oder Ausflügen an und hört bei einer gefüllten Federtasche auf. Und da ich nicht einfach auf einen Knopf drücken kann, um die Situation der Kinder zu verbessern, habe ich mich dazu entschieden, mich beim Kinderhilfsfonds zu engagieren.

Sie sagten schon, dass wir in einer reichen Gesellschaft leben. Wie viele Kinder sind denn von Armut überhaupt betroffen?

Laut einer Bundesstatistik kommt rund jedes siebte Kind aus einer armen Familie. Es ist ein gravierendes Problem, das Eltern nicht immer alleine lösen können. Es ist also wichtig, dass sich jemand dem Thema annimmt und die Eltern mit ihren Sorgen und Nöten nicht alleine gelassen werden. Als ehemaliger Bürgermeister Rendsburgs weiß ich, dass wir in der Stadt und der Umgebung durchaus soziale Probleme haben und es da einiges gibt, das wir tun können.

Wie unterstützt der Kinderhilfsfonds die betroffenen Familien?

Unsere Hilfe geht direkt an die Kinder, kein einziger Cent fließt woanders hin. Die Bedürfnisse des Kindes stehen dabei für uns immer im Vordergrund. Der Kinderhilfsfonds zahlt beispielsweise für eine warme Mahlzeit in der Schule, gibt ein wenig Geld für einen neuen Ranzen dazu oder spendiert eine Eintrittskarte fürs Freibad. Je nachdem woran es dem Kind fehlt. Wir durchleuchten dabei aber keine Familienverhältnisse und verlassen uns auf die Bewertung der Lehrer oder Erzieher, die das Problem in der Regel an uns herantragen. Bei uns läuft alles unbürokratisch und ohne viele Formalien ab. Auch in Zukunft wollen wir bei der Hilfe flexibel bleiben.

Wie äußert sich Armut bei Kindern in Deutschland?

Das sind meistens kleine Dinge. Nicht die richtigen Schuhe oder das fehlende Pausenbrot. Meine eigenen Kinder kommen oft mit leeren Brotdosen nach Hause. Gegessen haben sie ihr Schulfrühstück aber nicht immer selbst. Sie haben schon oft erzählt, dass sie ihr Brot an Schüler gegeben haben, die selbst nichts mit dabei hatten. Selbst 50 Cent für ein geschmiertes Brötchen beim gemeinsamen Schulfrühstück sind für manche Familien auch schon zu viel. Dann helfen Frühstücksmütter mit Geld aus.

Haben Sie sich für Ihre Zeit als Schirmherr des Kinderhilfsfonds schon eigene Projekte überlegt?

Ich möchte den Kinderhilfsfonds in erster Linie noch bekannter machen. Auf der einen Seite bei den Menschen im Kreisgebiet. Wir finanzieren uns komplett über Spenden von Privatpersonen, Institutionen oder auch Firmen. Auf der anderen Seite möchte ich, dass auch die Schulen uns noch besser wahrnehmen. Nur wenn die Lehrer wissen, dass es uns gibt, können sie auf uns zukommen und nur dann können wir helfen. Das Geld im Kinderhilfsfonds ist schließlich nicht zum Anlegen da, sondern soll ausgegeben werden.

> Spenden an: Sparkasse Mittelholstein, Konto: DE86214500000105008098.

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