Hans-Heinemann-Park : Eva und Co im Dornröschenschlaf

Eine kleine Ruhepause inmitten von Kunst:  Viele Rendsburger nutzen die Sitzgelegenheiten im Hans-Heinemann-Park.
1 von 2
Eine kleine Ruhepause inmitten von Kunst: Viele Rendsburger nutzen die Sitzgelegenheiten im Hans-Heinemann-Park.

Der Hans-Heinemann-Park ist mit seinen Skulpturen der ideale Erholungsort für Kunstfreunde. Die Landeszeitung stellt die Skulpturen und ihre Künstler in einer neuen Serie ab morgen vor.

von
27. Juli 2015, 17:00 Uhr

„Eva und ihre Kinder“ bekommen des Öfteren Besuch: Auf der Bank neben ihnen lassen sich gerne Rendsburger zu einer Pause nieder. Eva ist auch nicht anonym. Eine Bronzetafel am Boden weist sie aus. Damit geht es ihr besser als dem „Landmann“ oder dem „Fischer“. Nicht nur, dass die Herren sich oftmals hinter Buschwerk verstecken – auch ihre „Ausweise“ sind nicht vorhanden. 30 Skulpturen verteilen sich im Hans-Heinemann-Park und auf angrenzendem Gelände. Als „einzigartig in Norddeutschland“ bezeichnete eine Broschüre zur 800-Jahr-Feier der Stadt Rendsburg die Anlage.

Allerdings eine, die im Dornröschenschlaf liegt: Es fehlen Schilder mit den Skulptur-Namen, es gibt keinen Lageplan und keinen Prospekt mit Informationen über dieses Kleinod. So hatte sich Hans Heinemann das sicherlich nicht vorgestellt. Er hatte gehofft, dass „der Skulpturenpark späterer Welt zur Lust und Lehre gereicht“. Im Jahre 2003 war der Geländeteil zwischen Paradeplatz und Jungfernstieg, Am Stadtsee und Holsteinbrücke in „Hans-Heinmann-Park“ umbenannt worden. Unter diesem Namen kennen aber nur wenige den Parkteil. Und 13 Jahre nach dem Tod des Mäzens ist sein Name der jüngeren Generation auch nicht mehr bekannt.

Es war der Kulturkreis um Hans Heinemann, der 1987 die erste Skulptur gestiftet hatte: „Aurora“ wurde nahe am Jungfernstieg aufgestellt (Nummer 28). Bis zum Jahr 2000 folgten kontinuierlich weitere Figuren von namhaften Künstlern. „Unsere letzte Aktion war die Umsiedlung der ’Sitzenden’ vor das Arsenal“, bekennt Eberhard Goll, jetziger Vorsitzender des Rendsburger Kulturkreises (RKK). Der Verein mit 35 Mitgliedern fühlt sich dem Skulpturenpark verpflichtet, aber seine Möglichkeiten sind begrenzt.

Gemeinsam mit dem Verschönerungsverein sollen auf jeden Fall die gestohlenen bronzenen Namensschilder ersetzt werden. An eine wetter- und diebstahlssichere Version aus Plastik wird gedacht. Dr. Norbert Klause, Vorsitzender des Verschönerungsvereins, hatte Anfang 2014 im Rathaus eine Powerpoint-Präsentation vorgestellt – mit Vorschlägen, wie sich die Stadt schöner machen lässt, auch der Skulpturenpark. „Sichtachsen müssten geschaffen werden“, sagt Klause. Die Hecken sollten ausgedünnt werden. Ein Beispiel ist für ihn der Bryant Park in New York, der mit Hilfe solcher Maßnahmen vom Drogenumschlagplatz zum angesagten Freizeittreff wurde. Aber nichts sei seitdem passiert. „Es interessiert wohl niemanden, das macht mich traurig“, sagt er.

„Es gibt keine liebevolle Pflege“, moniert Klause. Nicht einmal der Rasen würde vernünftig gemäht. Die Skulpturen sind jetzt Eigentum der Stadt und ihre Pflege sowie des Parks sei Angelegenheit der Stadt, bestätigt Bürgermeister Pierre Gilgenast. Er betont aber: „Unsere letzten Arbeiten war die Reinigung der Figuren“. Und auch das Grün darum herum werde regelmäßig zurück geschnitten. Dennoch, manchen bronzenen Köpfen geht es im wahrsten Sinne des Wortes „beschissen“: Hinterlassenschaften von Vögeln, aber auch von Menschenhänden verunzieren sie.

Die Landeszeitung wird die kulturellen Schätze im Hans-Heinemann-Park und ihrer Erschaffer in den kommenden Wochen in einer Serie vorstellen, um „Eva“, „Fischer“ und Co ein wenig aus dem Dornröschenschlaf zu wecken.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen