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Menschen des Jahres 2015 : Eva-Maria Meiske: Hilfe am Bahnhof ist ihre Mission

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wenn das Leben aus der Spur gerät, steht Eva-Maria Meiske bereit. Sie ist eine von drei Kandidaten auf den Titel „Menschen des Jahres“ aus Rendsburg.

Ihre Mission ist die gute Tat. Seit 30 Jahren hilft Eva-Maria Meiske denen, für die der Rendsburger Bahnhof Ankunftsort und Durchgangsstation ist. Die 76-jährige Rentnerin aus Hohn ist dienstälteste Ehrenamtlerin der Bahnhofsmission – und ans Aufhören denkt die gelernte Kinderkrankenschwester trotz ihres hohen Alters noch lange nicht.

Damals sprach sie eine Bekannte aus der Kirchengemeinde an und Eva-Maria Meiske schnupperte erstmals in die Arbeit der Bahnhofsmission hinein. „Alle Kollegen haben sofort gesagt, dass ich hierher gehöre. Mit der Mission ist es nämlich eigentlich ganz einfach: Entweder man liebt sie oder man hasst sie“, berichtet die Rentnerin über ihre Erlebnisse in den ersten Tage am Bahnhof. Und bis heute macht es ihr einfach viel Spaß, Reisende, Hilfesuchende und Gestrandete zu unterstützen. Denn in die Bahnhofsmission kann jeder kommen, egal, in welcher sozialen Situation oder körperlichen Verfassung er sich befindet. Auch wer wohnungslos oder verzweifelt ist, wer bestohlen wurde oder verletzt ist. „Es wird niemals langweilig“, sagt Eva-Maria Meiske. So koordiniert sie zum Beispiel Reisen für Menschen, die sich fälschlicherweise nach Rendsburg verirren. Besonders häufig kommte es vor, dass Menschen in Rendsburg aussteigen, die eigentlich nach Flensburg wollten. Die ehrenamtliche Helferin steht allerdings nicht nur bei organisatorischen Fragen mit Rat und Tat zu Seite. Sie packt auch trotz ihrer zierlichen Statur immer noch selbst auf dem Bahnsteig mit an, um beispielsweise Rollstuhlfahrern oder älteren Reisenden das Ein- und Aussteigen zu erleichtern.

Darüber hinaus hört sie auch manchmal einfach nur zu und versucht bei einer heißen Tasse Kaffee mit ein paar freundlichen Worten zu helfen. „Mit den Leuten kommt man meistens schneller ins Gespräch als man denkt“, erzählt die Ehrenamtlerin. Nicht selten käme es vor, dass Menschen, denen sie geholfen hat, sich telefonisch noch einmal bedankten oder auch die Mission noch einmal besuchten „Das ist besonders schön, wenn Menschen von früher vorbeikommen, um einfach ein bisschen zu klönen und zu schnacken. Manche erzählen, wie es ihnen in der letzten Zeit ergangen ist und wenn man merkt, dass es ihnen besser geht – nicht zuletzt dank der Hilfe der Mission – dann ist das ein unglaublich tolles Gefühl.“

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