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Städtefreundschaften : Europaweiter Bund fürs Leben

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Städtepartnerschaft: Rendsburg feiert mit dem estnischen Haapsalu „Silberhochzeit“. Weitere Jubiläen gibt es mit Ratibor und Almere. Deswegen hat die Stadtverwaltung ein umfangreiches Programm zusammengestellt.

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erstellt am 21.Aug.2014 | 11:24 Uhr

Gleich drei besondere Jubiläen feiert die Kanalstadt während des Rendsburger Herbstes. Mit der Partnerstadt Haapsalu aus Estland steht die silberne Hochzeit bevor. Vor 25 Jahren unterzeichneten Lea Tuusov für die Esten sowie Bürgervorsteher Uwe Meise und Bürgermeister Rolf Teucher für Rendsburg den Freundschaftsvertrag, der die Verbindung der beiden Städte besiegelte. Neben der Silberhochzeit stehen in diesem Jahr außerdem eine hölzerne (zehn Jahre) mit dem Kreis Ratibor in Polen sowie 20 Jahre freundschaftliche Verbundenheit mit dem niederländischen Almere an.

Diese Jubiläen sind Grund genug für ein eigenes Festprogramm rund um den Rendsburger Herbst. 54 Erwachsene und Jugendliche reisen aus den Partnerstädten an. Die Stadtverwaltung hat ein buntes Programm zusammengestellt. Am Freitag, 29. August, beginnen die Feierlichkeiten mit einem Europatag für junge Leute im Europaforum der Schule Altstadt. Bei einer Podiumsdiskussion geht es um den Einfluss der Europäischen Union auf den Alltag der EU-Bürger. Mit dabei sind EU-Abgeordneter Reimer Böge sowie die Bürgermeister der Partnerkommunen. Unter dem Motto „Welchen Beitrag leisten Städtepartnerschaften zur europäischen Integration?“ gibt es am Sonnabend, 30. August, einen Workshop. Im Hohen Arsesenal sind Bürger willkommen. Höhepunkt der Festivitäten wird die „Eheschließung“ zwischen Rendsburg und Almere. Am Sonntag unterzeichnen Vertreter beider Städte die Urkunde. Bettina John aus dem Fachbereich Bildung vergleicht die freundschaftlichen Verbindungen mit einer Ehe: „Die Partnerschaften werden am grünen Tisch geschlossen, sie müssen aber gelebt werden. Es ist manchmal ein Auf und Ab und man muss an der Beziehung arbeiten.“ Dies geschieht zum Beispiel bei den jährlich stattfindenden Jugendspielen zwischen Rendsburg, Almere, Aalborg und Lancaster.

Die Kontakte kamen auf ganz unterschiedliche Weise zustande. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand der Brückenschlag zu Vierzon und Aalborg. Damals stand der Aussöhnungsgedanke im Vordergrund. Nach der deutschen Wiedervereinigung nahm jede Gemeinde aus dem Westen eine aus dem Osten an die Hand: Rendsburg unterstützte Rathenow beim Aufbau der Verwaltung. Regelmäßige Besuche etablierten sich. Mittlerweile spielt neben der Arbeit aber auch das Vergnügen eine Rolle. Fußballmannschaften aus den Verwaltungen treten bei Stadtfesten gegeneinander an. Bei Skien und Kristianstad waren zunächst wirtschaftliche Aspekte für den Kontakt ausschlaggebend: Im Nordkolleg waren regelmäßig Fachkräfte aus Skandinavien zu Gast. Schulen und Sportvereine veranstalten Schüleraustausche.

Rendsburg plant keine weitere „Eheschließungen“. Lieber pflegt die Stadt die bestehenden Partnerschaften. „Man verzettelt sich sonst“, sagt Stadtpräsidentin Karin Wiemer-Hinz. Allerdings wolle man auch nicht vorhandene Freundschaften aufgeben. Eine „Scheidung“ ist demnächst also nicht zu erwarten.

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