zur Navigation springen

Rendsburg-Eckernförde : Etat 2015: Der Kreis legt erneut einen Überschuss vor

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Rolf-Oliver Schwemer rechnet mit einem Plus von 2,5 Millionen Euro.

shz.de von
erstellt am 04.Okt.2014 | 06:00 Uhr

Landrat Dr. Rolf-Oliver Schwemer hat überraschend einen Überschuss in seinem Haushaltsentwurf für das kommende Jahr vorgelegt. Seinen Berechnungen zufolge könnte der Kreis Rendsburg-Eckernförde rund 2,5 Millionen Euro mehr einnehmen als er ausgibt. Damit wäre der Haushalt im dritten Jahr in Folge ausgeglichen. In den Kreistagsfraktionen ist der Vorschlag auf positive Resonanz gestoßen (siehe Artikel rechts). Sie müssen in den nächsten Wochen über den Entwurf beraten.

Demnach steht im kommenden Jahr den Erträgen von rund 310,5 Millionen Euro eine geringere Summe Aufwendungen von nur rund 308 Millionen Euro gegenüber. Gegenüber dem Vorjahr nimmt der Kreis 6,6 Millionen Euro mehr ein. Er muss allerdings auch 8,2 Millionen Euro mehr ausgeben. Im Haushaltsjahr 2014 betrug der Überschuss noch rund fünf Millionen Euro.

„2015 profitieren wir vom Konsolidierungskurs der vergangenen Jahre“, sagte Rolf-Oliver Schwemer zur Landeszeitung. Noch vor drei Monaten hatte er nur vorsichtig von einer „schwarzen Null“ im Haushalt gesprochen. Der Überschuss sei nun möglich, weil sich der Kreis bei den Ausgaben weiterhin auf die „notwendigen Maßnahmen“ beschränke. Das bedeute zum Beispiel, keine Zuschüsse zum Radwegebau an Kreisstraßen zu zahlen. Das hatte der Landrat bereits in seinem „Konzept zur Handlungsfähigkeit des Kreises“ vom Juli niedergelegt. Zudem seien in der Vergangenheit ehemalige Kreis-Gebäude verkauft worden, etwa das Kinderheim in Eckernförde und das alte Kreishaus in Rendsburg. Dadurch entstehen nun weniger Kosten für Bauunterhaltung. Auch die Investitionen sind gegenüber 2014 gesunken: Von 946 000 auf 444 000 Euro. Auf dem Plan stehen vor allem Berufschulsanierungen in Rendsburg und in Eckernförde sowie die Fotovoltaikanlage auf dem Kreishaus. Die Ertragsseite sei hingegen auch durch Erhöhung von Gebühren gesteigert worden, etwa im Gesundheitswesen, Veterinäramt und beim Naturschutz.

Auch der Schuldendienst belastet den Haushalt in geringerem Maß. „Weil wir weniger Schulden machen, müssen wir auch weniger Zinsen bezahlen“, sagte Schwemer. Für 2015 sind dafür 711 000 Euro angesetzt – 93 000 Euro weniger als 2014. 2011 waren es noch über 1,3 Millionen Euro. Der Schuldenstand 2015 beträgt geplante 17,3 Millionen Euro. Seit 2007 sinkt dieser Posten kontinuierlich, damals stand der Kreis noch mit über 40 Millionen Euro im Minus.

Die anstehenden Reformen der Eingliederungshilfe für Behinderte und des Kommunalen Finanzausgleichs haben Schwemer zufolge die Aufstellung des Entwurfs erschwert. Er rechnet mit einem Verlust von zehn Millionen Euro wegen des Finanzausgleichs. Zudem enthalte der Haushalt noch Risiken, etwa ob sich der Bund künftig tatsächlich an den Kosten der Unterkunft für Empfänger von Arbeitslosengeld beteiligt. Wenn das Gesetz nicht verabschiedet wird, bekäme der Kreis 1,2 Millionen Euro weniger als jetzt veranschlagt.

„Wir müssen berücksichtigen, dass von sprudelnden Steuereinnahmen weniger im Kreis ankommt. Deshalb haben wir keine Möglichkeit zur Gestaltung“, so Schwemer. Er hat nur in einem Bereich höhere Ausgaben vorgesehen: In Deckenerneuerungen von Kreisstraßen fließt so viel Geld wie nie zuvor. Schwemer hat dafür 1,7 Millionen Euro veranschlagt, hinzu kommen Zuschüsse von 2,2 Millionen. 2012 lag der Kreisanteil noch bei einer halben Million Euro.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert