Informationsbus : Es kommt auf jede Minute an

Im Schlaganfallbus sitzt es sich bequem: Frank Alshuth, pflegerischer Stationsleiter der Stroke-Unit an der Imland-Klinik, misst den Blutdruck von Ina Iwersen aus Rendsburg.
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Im Schlaganfallbus sitzt es sich bequem: Frank Alshuth, pflegerischer Stationsleiter der Stroke-Unit an der Imland-Klinik, misst den Blutdruck von Ina Iwersen aus Rendsburg.

Ärzte der Imland-Klinik erklären Anzeichen für Schlaganfall. 50 Besucher in eineinhalb Stunden.

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18. Mai 2018, 09:13 Uhr

Rendsburg | Wenn ein Mensch plötzlich darüber klagt, dass sich ein Bein und ein Arm taub anfühlen, sollte man sofort die Notrufnummer 112 wählen. Es könnte sein, dass er soeben einen Schlaganfall erlitten hat. Alarmbereitschaft ist auch gefragt, wenn jemand anfängt zu lallen und nicht mehr alle Worte findet, obwohl er gar keinen Alkohol getrunken hat. Dr. Karsten Jöster, Oberarzt der Neurologie an der Imland-Klinik Rendsburg und Leiter der Abteilung für Schlaganfälle (Stroke-Unit), erläuterte gestern weitere Symptome für den Infarkt im Gehirn: Schwindel, Gleichgewichtsstörungen, schlimme „Donnerschlag“-Kopfschmerzen und Sehstörungen. Wer diese Ausfälle bei Mitmenschen erlebt, sollte sofort zum Telefon greifen. Jöster: „Man muss den Krankenwagen nie selbst bezahlen.“ Die Krankenkassen kämen dafür auf.

In solchen Notfällen zählt jede Minute. „Es kommen immer noch zu wenig Leute rechtzeitig ins Krankenhaus.“ Der Schlaganfall breitet sich in jeder Sekunde weiter im Gehirn aus. Innerhalb von 4,5 Stunden nach dem Aderverschluss können Ärzte versuchen, den Pfropf mit Medikamenten oder per Katheter aufzulösen. Hinterher nicht mehr.

Dr. Jöster, eine Kollegin, zwei Pflegekräfte und eine Medizinisch-technische Assistentin fuhren gestern mit dem Schlaganfallinfobus des Pharmakonzerns „Boehringer Ingelheim“ auf dem Parkplatz des Einkaufszentrums Rondo in Büdelsdorf vor. Sechs Stunden sollte das Team vor Ort sein. Der Andrang war groß: Allein in den ersten eineinhalb Stunden informierten sich etwa 50 Besucher. Sie konnten ihren Blutdruck, Blutzucker- und Bluttfettwerte messen lassen. Einige ließen per Ultraschall untersuchen, ob die Halsschlagader verengt ist – ein Risikofaktor. Die Besucher kamen aus unterschiedlichen Gründen: „Ich bin Diabetikerin und wollte mal überprüfen lassen, ob das mit meinem Gerät noch hinhaut oder ich ein neues brauche“, sagte eine 81-jährige Rendsburgerin. Günther Beyer (84) aus Oldenbüttel betonte: „Wenn man älter ist, muss man was für die Gesundheit tun.“ Ina Iwersen (74) aus Rendsburg berichtete: „Ich bin hergekommen, weil ich es in der Zeitung gelesen habe.“

Das Fahrzeug wurde 2003 als gelber Schulbus in den USA gebaut. Bundesweit sind zwei Stück permanent unterwegs. Die Fachärzte der örtlichen Kliniken nutzen sie zur Aufklärung. Im Raum Rendsburg hält der Bus einmal jährlich.

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