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Tunnel-Baustelle : Es hämmert unter dem Nord-Ostsee-Kanal

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Sanierung der Weströhre hat begonnen. Die Arbeiter sind bis tief in die Nacht im Einsatz.

shz.de von
erstellt am 09.Feb.2017 | 12:15 Uhr

Feiner Staub lag in der Luft. Das entfernte Hämmern eines hydraulischen Meißels war zu hören, als Karsten Thode sich der tiefsten Stelle des Kanaltunnels näherte. „Wunderbar. Ich bin positiv überrascht. Auf der gesamten Strecke wird gearbeitet“, sagte der Dezernatsleiter der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord (WSD) und blickte vom einen Ende des 640 Meter langen Bauwerks zum anderen. Die Bundesbehörde ist unter anderem für den Nord-Ostsee-Kanal und damit auch für die Rendsburger Querung verantwortlich. Ihre Oströhre und der Mittelgang, zentraler Flucht- und Rettungsweg, wurden in den vergangenen Jahren saniert. Seit dem 30. Januar nehmen sich die Arbeiter die Weströhre vor.

25 Beschäftigte des Baukonzerns Züblin starteten gestern in den Dienst. Zum dritten Mal in dieser Woche standen drei Schichten auf dem Plan. Ein Team sollte bis 3 Uhr in der Nacht zu heute den Notgehweg an der Seite zertrümmern. Mit Radladern wurden die Brocken zu den Tunnelausgängen geschafft, um dort anschließend auf Lastwagen verladen zu werden.

Die Fahrbahndecke, etwa 16 Zentimeter mächtig, hat die erste Etappe auf dem Weg in die Deponie schon hinter sich. Jetzt besteht der Boden nur noch aus nacktem Beton. Was sich darunter befindet, wird über den Fortgang der Arbeiten mitentscheiden. In der Oströhre hatte verzogener Betonstahl im Untergrund zu Verzögerungen geführt. Beim Bau des Kanaltunnels hatte sich der sogenannte Bewehrungsstahl durch das Gewicht der seitlichen Tunnelwände nach oben gewölbt. In der Mitte der Röhre war für die Fahrbahn dadurch weniger Platz. Ob dieses Dilemma auch in der Weströhre auftreten wird, wissen die Ingenieure nicht – sie gehen aber fest davon aus. „Wir wissen noch nicht genau, ab welcher Tiefe wir mit dem Bau der Fahrbahn beginnen werden“, so Züblin-Bereichsleiter Walter Gyhr. Es könne durchaus sein, dass die Deckenhöhe in der Weströhre am Ende minimal höher als in der Oströhre ausfällt.

Die dreijährige Sanierung gliedert sich in drei Phasen. In diesem Jahr werden hauptsächlich die Wände bearbeitet, ab März werden zudem die Sammelbecken für Regenwasser auf Vordermann gebracht. Im kommenden Jahr, so die Planung, konzentrieren sich die Arbeiten auf die Tunnelsohle. 2019 folgt die Sicherheitsausstattung wie Kameras, Lüftung, Beleuchtung. „Wir wissen in der Weströhre genau, was zu tun ist. Die Erfahrungen aus der Oströhre wollen wird dort umsetzen“, sagte Henning Schrewe, Technischer Direktionsleiter bei Züblin. Er versprach, dass an sechs Tagen in der Woche gearbeitet werde, in mindestens zwei Schichten von 6 bis 22 Uhr. Auch in den Ferien. Nur um Weihnachten herum nicht. Schrewe: „Bis zu 60 Leute täglich werden in diesem Jahr auf der Baustelle sein.“ Einem schnelleren Verlauf werde man sich nicht verwehren. „Wenn wir früher fertig werden können, dann wollen wir das auch.“

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