zur Navigation springen
Landeszeitung

19. Oktober 2017 | 02:18 Uhr

Fussball : „Es ging einfach nicht mehr“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Nach nur sieben Spielen tritt Frank Kock als Trainer beim Verbandsligisten Büdelsdorfer TSV nach Differenzen mit dem Team zurück.

shz.de von
erstellt am 19.09.2013 | 18:00 Uhr

Am Montagabend war das Kapitel „Trainer des Büdelsdorfer TSV“ für Frank Kock nach nicht einmal drei Monaten schon wieder beendet. Zwei Tage lang hatte er mit sich gerungen, dann stand die Entscheidung fest. In einem persönlichen Gespräch teilte Kock Fußball-Obmann Rolf Bannas mit, dass er sein Amt beim Verbandsligisten mit sofortiger Wirkung niederlege. Es waren weniger sportliche Gründe, die den Coach zu dem Schritt bewegten – mit neun Punkten aus den ersten sieben Spielen und Platz zehn war die Bilanz durchaus zufriedenstellend – vielmehr gaben persönliche Differenzen den Ausschlag. „Das Verhältnis zwischen Teilen der Mannschaft und mir war zerrüttet. Es ging einfach nicht mehr“, sagt Kock.

Die 0:4-Pleite in Laboe am vergangenen Sonnabend brachte das Fass zum Überlaufen. Wurden bereits in der Vergangenheit Unmutsäußerungen ob der Taktik und des Coachings von Kock und seinem Co-Trainer Dennis Schwarz laut, so machte dann am Samstagabend eine SMS in einer plattformübergreifenden mobilen Nachrichten-App unter den Spielern die Runde, in der „der Kopf des Trainers“ gefordert wurde. Als „Dummschwätzerei“ bezeichnet Kock die Vorgänge. „Da reißen Spieler die Klappe auf, die weder im blauen noch im grünen oder gelben Trikot Leistung gebracht haben. Und für die soll ich dann meine Freizeit opfern? Ich bedauere, dass es so gekommen ist, aber ich will morgens noch guten Gewissens in den Spiegel gucken.“

Wie tief der Graben zwischen Trainer und Großteilen der Mannschaft war, belegen Aussagen eines Spielers, der nicht genannt werden will, gegenüber der Landeszeitung. „Fast alle sind froh über diesen Schritt. Menschlich kann man Frank nichts vorwerfen, aber fachlich kam da nicht viel. Kein gutes Training, keine taktischen Anweisungen vor dem Spiel, keine vernünftige Ansprache. Man hat gemerkt, dass er vorher noch keine höherklassige Mannschaft trainiert hat. Wir Spieler haben fast alles selbst geregelt.“ Und auch den Worten von Bannas, der Anfang Juli davon gesprochen hatte, dass  Kock der „Wunschtrainer“ des Teams gewesen sei, widerspricht der Spieler. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand diesen Wunsch geäußert hat. Wir wollten einen Trainer mit Erfahrung und einem klaren Konzept.“

Am 2. Juli hatten Kock und Schwarz die Nachfolge von Michael Rohwedder angetreten, der ebenfalls nach Querelen mit der Mannschaft nach zwei Spielzeiten entnervt aufgegeben hatte. Nach anfänglichen Dissonanzen zwischen Team und Trainerstab, die auch beim kläglichen Vorrunden-Aus beim LZ-Turnier Mitte Juli deutlich zu Tage traten, schienen die Probleme zuletzt überwunden. „Nach außen hatte man vielleicht diesen Eindruck, aber intern war das Verhältnis doch nicht so gefestigt“, erklärt Bannas, der gemeinsam mit Dennis Schwarz vorerst die Leitung der Mannschaft übernommen hat.

Wer mittelfristig das Zepter im Eiderstadion übernehmen wird, steht noch nicht fest. „Ich und der Vorstand werden keinen Schnellschuss abgeben“, so Bannas. Die sportliche Situation sei nicht bedrohlich und so werde man den neuen Mann gründlich auswählen. Fakt ist, dass die andere Hälfte des Trainerduos keine Option darstellt. „Dennis Schwarz wird es nicht werden“, stellte Bannas klar.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen