zur Navigation springen

Rendsburger Kanaltunnel : „Es gibt nichts zu verheimlichen“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Staatssekretär Frank Nägele kritisiert das Krisenmanagement der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung in Sachen Kanaltunnel. Die geplante Vollsperrung für eine Erneuerung der Fahrbahndecke müsse verschoben werden.

Die Erklärungen von Sönke Meesenburg zur Sanierung des Rendsburger Kanaltunnels vor dem Regionalentwicklungsausschuss des Kreises (wir berichteten) sind im Kieler Wirtschaftsministerium gar nicht gut angekommen. Der Leiter für den Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals hatte von den zahlreichen Schwierigkeiten berichtet, die das Ende der Bauzeit immer wieder verzögern und den Preis in die Höhe treiben – und darauf hingewiesen, dass der Tunnel Mitte Oktober für die Erneuerung der Fahrbahndecke komplett gesperrt werden müsse. Eventuell sogar für 24 Stunden an einem Wochenende.

Die Veröffentlichung dieser Nachricht in der Landeszeitung veranlasste Verkehrs-Staatssekretär Frank Nägele (Foto) gestern Vormittag, zu einem Pressegespräch zu laden. Von Verärgerung sprach er nicht, er zeigte allerdings deutlich, was er von der Informationspolitik der Bundesbehörde hält. „Ich weiß um die gravierenden Schäden an der Tunnel-Fahrbahn. Ich halte eine Sperrung dennoch für äußerst unglücklich und bitte die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung dringend, mit der Deckenerneuerung zu warten, bis die Rader Brücke wieder befahrbar ist. Das wird deutlich vor Ende November sein. Bis dahin könnten wir mit Tempo 30 im Tunnel leben“ , sagte Nägele.

Sein Ministerium sei für die ganze Infrastruktur im Lande verantwortlich. „Wir brauchen keinen Stillstand in der Region. Wir können es den Logistikern nicht zumuten, sich Umwege ungeahnten Ausmaßes zu suchen.“ Nägele wies auch auf die Belastungen der Menschen in den Wohnstraßen hin, durch die sich der Verkehr im Falle einer Sperrung zwangsläufig quälen müsse.

Dass der Staatssekretär sich gestern mit seinen Bitten und Forderungen an die Öffentlichkeit und nicht an die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung wandte, ist ein ungewöhnlicher Vorgang – der letzte Weg, nachdem zuvor alle anderen Versuche gescheitert seien, wie Nägele bestätigte. „Wir haben vor mehr als einer Woche einen Brief an die Wasser- und Schifffahrtsdirektion geschrieben, der unbeantwortet blieb. Wir haben um mehr Informationen gebeten, angeboten, behilflich zu sein“, sagte Nägele. „Ich habe auch in persönlichen Gesprächen deutlich gemacht, dass es so nicht geht mit der Information für die Öffentlichkeit. Es gibt doch keinen Grund, etwas zu beschönigen oder zu verheimlichen.“ Aber bei der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung handle es sich um eine andere Behörde, die in der Vergangenheit noch nie mit Öffentlichkeit befasst gewesen sei. Deshalb biete das Ministerium Hilfe bei der Informationsarbeit an.

„Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn in einem Ausschuss Fakten erklärt werden“, sagte der Staatssekretär. Das reiche aber nicht aus. Man müsse dem Spediteur aus Neumünster, dem Unternehmer in Büdelsdorf und dem Pendler, der den Tunnel jeden Tag nutzt, die Situation erklären. „Wir haben es mit unseren Informationen zur Rader Brücke vorgemacht. Da haben wir gesehen, wie wichtig es ist, offen, schnell und umfassend zu informieren. Auch wir haben das lernen müssen.“

Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung verwies in Sachen Tunnelsperrung gestern auf die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer. Man werde die Vorschläge jedoch prüfen.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 18.Sep.2013 | 13:48 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen