Zwei Personen, zwei Extreme : Es geht noch heißer – und eiskalt

Heiß, heißer, Imbiss: Der Arbeitsbereich von Bruni Schrader bei „Mister Bratwurst“ am Röhlingsplatz bietet keine Zuflucht vor der Hitze. Fotos: Riebensahm (2)
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Heiß, heißer, Imbiss: Der Arbeitsbereich von Bruni Schrader bei „Mister Bratwurst“ am Röhlingsplatz bietet keine Zuflucht vor der Hitze. Fotos: Riebensahm (2)

Mehr als 35 Grad muss Bruni Schrader aushalten, Benjamin Körber genießt die Arbeit im Tiefkühllager.

shz.de von
27. Juli 2018, 11:58 Uhr

Die Region schwitzt. Freibäder haben Hochkonjunktur. Wer sein Eis nicht schnell genießt, hat innerhalb einer einer Minute nur noch Suppe in der Waffel. Viele sind den Temperaturen trotz der Sommerferien ausgeliefert – und einige ganz besonders. Sie haben einen Arbeitsplatz, an dem es eiskalt ist. Oder noch heißer als gestern draußen.

So zum Beispiel im Imbiss „Mister Bratwurst“ am Röhlingsplatz. „Das ist ordentlich warm hier“, sagt Mitarbeiterin Bruni Schrader. Während das Thermometer 32 Grad Außentemperatur misst, sind es drinnen gut und gerne drei bis vier Grad mehr. Hinter ihrem Rücken brutzelt das Fett in der Fritteuse bei 175 Grad vor sich hin. Im Minutentakt wendet sie die Bratwürste auf dem heißen Grill. Die Geräte laufen den ganzen Tag. Schweißperlen sind auf ihrer Stirn zu sehen. Und dennoch: Die 60-Jährige hat gute Laune. „Wir nehmen das Wetter mit Humor. Hin und wieder geben die Busfahrer sogar Eis aus.“ Das lässt die Hitze für kurze Zeit vergessen. Eine Klimaanlage läuft zwar, erreicht aber hauptsächlich die Kunden und kaum ihren Arbeitsbereich. Dort hat Schrader einen Lüfter stehen. „Der macht es etwas erträglicher.“ Jetzt fehle nur noch eine Dusche, scherzt sie.

Aber nicht nur die Mitarbeiter von „Mister Bratwurst“ müssen mit der Hitze umgehen. Auch in anderen Imbissbuden, Bäckereien oder beispielsweise in einer Wäscherei an der Heißmangel sind Mitarbeiter extremen Bedingungen ausgesetzt.

Am anderen Ende der Temperaturskala arbeitet Benjamin Körber. Er ist seit sechs Jahren Lagerleiter bei „Wohlert Kühl Logistik“ am Standort Borgstedt. Eine Klimaanlage braucht er auf der Arbeit nicht. Der 36-Jährige arbeitet in der Regel bei Temperaturen zwischen fünf und null Grad. Besonders kalt ist es in den „Schockfrostern“. Bei Temperaturen von bis zu minus 48 Grad wird hier frisches Fleisch eingefroren. „Für den Körper ist das nicht gut“, gibt Körber zu. Trotz Thermobekleidung darf er sich dort nur kurz aufhalten.

Der Kontrast zwischen Arbeits- und Außentemperatur ist enorm. Damit sich der Körper regenerieren kann, hält sich Benjamin Körber immer für ein bis zwei Minuten in seinem Büro auf, bevor er seine Mittagspause in der Sonne verbringt. Zu Kreislaufproblemen kam es hin und wieder dennoch: „Dann wurde mir ein bisschen schummrig vor Augen.“ Mit der Zeit gewöhne man sich aber daran. Seinen Job möchte der Lagerleiter, besonders bei der anhaltenden Hitze, nicht missen. „Wer wäre nicht froh, bei dem Wetter hier zu arbeiten?“, scherzt er. Während viele Menschen nach der Arbeit unter die kalte Dusche oder ins Freibad springen, kommt Körber bereits abgekühlt nach Hause.

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