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Krimi von Stephanie Viereck : Es beginnt und endet am Nord-Ostsee-Kanal

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

shz.de von
erstellt am 22.Feb.2014 | 06:00 Uhr

In „Die falsche Spur“ ist eine Journalistin auf dem Weg Richtung Dänemark, wo sie für ein Portrait zum 200. Geburtstag von Hans Christian Andersen recherchieren will. Ein Fotograf, mit dem sie zusammenarbeitet, verursacht eine Änderung ihrer Reisepläne, und so muss sie sich auf halber Strecke durch Schleswig-Holstein eine Unterkunft suchen: „Schließlich hatte ich mich in einer Bäckerei erkundigt, und eine schmale, etwas schmuddelige Person, die schon dabei war, die leergefegten Auslagen zu wischen, hatte mir die Gaststätte „Leuchtkäfer“ genannt, wo es auch ein paar Zimmer gebe, und mir mehr schlecht als recht den Weg dorthin beschrieben. Erst lange nach Einbruch der Dunkelheit war ich dann bei dieser gottverlassenen Wirtschaft angelangt.“

Mit den ersten Eindrücken der Heldin von dieser Pension beginnt der Kriminalroman: „Am Tresen brannte nur ein blassgelbes Nachtlicht und warf einen matten Schein auf die kupferbeschlagene Abtropffläche unter dem Zapfhahn. Das Gesicht des Wirts blieb im Halbdunkel des leeren Schankraums verborgen. Vermutlich hatte er gerade schließen wollen, als ich zur Tür hereinkam und nach einem Zimmer fragte.“

Der Wirt der „bedrückend düsteren Gastwirtschaft“ benimmt sich ziemlich abweisend: „Einen Moment lang dachte ich, dass er mich an irgendjemand erinnerte, jemand, den ich vor langer Zeit gekannt oder auch nur in einem Film gesehen hatte, und womöglich erging es ihm ähnlich, denn er betrachtete mich merkwürdig erstaunt und ein wenig unsicher.“ Am nächsten Tag fällt der Heldin ein, wer der Gastwirt ist: „Ich hatte ihn nicht erkannt. Noch immer nicht. Bis eben nicht. Aber warum hatte er nichts gesagt? Warum diese Geheimnistuerei, dieses feindselige Misstrauen? Und was hatte er in meinem Zimmer gesucht? Ich sah mich um. Jetzt hatte ich Angst.“

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