Alarm : Erzieherinnen fühlen sich überlastet

So entspannt wie diese Erzieherin aussieht, fühlt sich längst nicht jede Mitarbeiterin der städtischen Kitas in Rendsburg.
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So entspannt wie diese Erzieherin aussieht, fühlt sich längst nicht jede Mitarbeiterin der städtischen Kitas in Rendsburg.

Krankenstand an städtischen Kindertagesstätten hat sich in sechs Jahren mehr als verdoppelt / Eltern immer unzufriedener

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21. Januar 2018, 10:19 Uhr

Die vier städtischen Kindertagesstätten in Rendsburg schlagen Alarm. Immer mehr Erzieherinnen der Einrichtungen Neuwerk, Stadtpark, Villa Kunterbunt und Butterberg melden, dass sie überlastet sind. Es mangelt an Personal, um den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden, mahnt die Verwaltung in einer Unterlage für die Sozialausschusssitzung am 29. Januar ab 18 Uhr im Alten Rathaus an.

Die Erzieherinnen beklagen, dass die pädagogische Arbeit zu kurz komme, die Selbstständigkeit der Kinder leide und zu wenig Zeit für Elterngespräche bleibe. Zum Teil verschieben die Kitas Aktivitäten oder lassen sie ausfallen. Mütter und Väter zeigen immer häufiger ihre Unzufriedenheit.

In der Folge hat sich der Krankheitsstand innerhalb der vergangenen sechs Jahre mehr als verdoppelt. Er liegt mit 21,6 Tagen pro Mitarbeiter über dem Landesschnitt von 17 Tagen. 2015 mussten Gruppen an drei Tagen geschlossen werden, zwei Jahre später kam es dazu an 35 Tagen. Um das zu verhindern, schleppen sich Pädagoginnen zwar oft halbkrank zur Arbeit, übernehmen aber nur ungern Zusatzaufgaben wie Vertretungen oder die Posten einer stellvertretenden Leiterin. Als einen Grund nennt die Verwaltung die gestiegenen Anforderungen bei der Integration geflüchteter Mädchen und Jungen. Seit 2015 kamen 334 Kinder im Alter von null bis sechs Jahren nach Rendsburg. Der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund liegt in den Kitas zwischen 44,5 und 49,6 Prozent. Sie brauchen mehr Zeit zur Eingewöhnung. Da sie erst Deutsch lernen, gibt es Verständigungsprobleme. Zusätzlicher Aufwand entsteht, weil kulturelle und religiöse Unterschiede beachtet werden müssen.

Die Stadt stockte das Personal innerhalb der vergangenen fünf Jahre bereits um zwei Vertretungen mit jeweils 19,5 Wochenstunden auf. Die Verwaltung schlägt vor, für jede städtische Kita eine weitere Vertretungskraft mit 25 Stunden einzustellen.

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