Konzept für Rendsburg : Erstes Tageshospiz in SH – eine Vision nimmt Gestalt an

Sie wollen das Tageshospiz ins Leben rufen, von links nach rechts: Michael Demandt, Claudia Rix (Geschäftsführerin Pflege LebensNah), Architekt Eckhard Feddersen, Norbert Schmelter (Projektleiter Tageshospiz, Pflege LebensNah), Heidrun Preußer (Hospizdienste, Pflege LebensNah) und Sybille Jeske (Hospizleitung Haus Porsefeld).
Sie wollen das Tageshospiz ins Leben rufen, von links nach rechts: Michael Demandt, Claudia Rix (Geschäftsführerin Pflege LebensNah), Architekt Eckhard Feddersen, Norbert Schmelter (Projektleiter Tageshospiz, Pflege LebensNah), Heidrun Preußer (Hospizdienste, Pflege LebensNah) und Sybille Jeske (Hospizleitung Haus Porsefeld).

Die Vision nimmt Gestalt an: Investoren haben Baupläne in Auftrag gegeben.

shz.de von
15. April 2018, 09:00 Uhr

Rendsburg | Noch ist das Konzept bundesweit sehr selten: Ein interdisziplinäres Team aus Ärzten, Pflegern, Psychologen und Ehrenamtlichen kümmert sich tagsüber um bis zu 15 schwerkranke Menschen, die ansonsten zu Hause leben. Zielgruppe sind zum Beispiel Krebspatienten, die trotz Bestrahlung und Chemotherapie nicht geheilt wurden. Sie sind zwar nicht bettlägrig, schaffen es aber kaum, den Tag allein zu Hause zu verbringen. Im Tageshospiz finden sie vor allem medizinische Unterstützung. Es wäre die erste Einrichtung dieser Art in Schleswig-Holstein.

Seit Monaten treibt die Rendsburger Pflege LebensNah ihre Pläne für ein solches Tageshospiz auf dem Gelände der ehemaligen Eiderkaserne voran. Jetzt nimmt die Vision allmählich Gestalt an. Michael Demandt und Hauke Drengenberg, zwei in der Region Rendsburg namhafte Investoren, wollen das Projekt unterstützen: „Wir sind dabei, weil es hier auch um die Wiederbelebung einer Liegenschaft geht, die im Kern der Stadt liegt. Es handelt sich zudem um ein wichtiges soziales Projekt“, so Demandt. „Wenn alle mitziehen, wird das was. Die Gespräche zum Denkmalschutz mit der zuständigen Behörde waren sehr ermutigend.“

Vor wenigen Tagen vergaben die Investoren den Auftrag zur Entwicklung eines baulichen Konzepts an das Architekturbüro von Eckhard Feddersen. Der Berliner Spezialist für Immobilien in der Sozialbranche ist mit Rendsburg bereits bestens vertraut. Sein Vater hat die Baupläne für das Hospiz Haus Porsefeld entwickelt, das 1996 eröffnete – als landesweiter Vorreiter.

Als Standort für das Tageshospiz zieht die Planungsgruppe drei Gebäude auf dem ehemaligen Kasernengelände, das künftig Neuwerk-West heißen soll, in die engere Wahl: einen der sogenannten Marställe sowie die frühere Reithalle mit der deutlich kleineren Pferdeklinik gleich nebenan. Eine kluge Gestaltung böte Platz für das Tageshopiz und zugleich für das stationäre Hospiz Haus Porsefeld, beide könnten dann unter einem Dach vereint agieren, heißt es.

Claudia Rix, Geschäftsführerin der Pflege LebensNah, freut sich über den Meilenstein und betont: „Für die Realisierung des Tageshospizes wird die finanzielle Unterstützung durch Kommune und Land ein entscheidender Faktor sein. Mit der Landesregierung sind wir bereits in guten und intensiven Gesprächen.“

Die Stadt Rendsburg wäre mit der Vergabe der Reithalle an die Pflege LebensNah einen der Ladenhüter auf dem ehemaligen Kasernengelände unweit der Christkirche los. Trotz langer Suche fand sich bislang kein Käufer. Eine Nutzung des Gebäudes als schulübergreifende Aula und Mensa hatte die Politik im vergangenen Jahr in erster Linie aus Kostengründen abgelehnt.

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