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Erntestart : Erster Frost: Der Grünkohl aus Rendsburg ist erntereif

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Besuch auf dem einzigen Anbaufeld im Stadtgebiet: Viel Handarbeit für die Gärtnerei Weise

Es ist ein eisig kalter Herbstmorgen. Zum ersten Mal sind die Temperaturen in der Nacht unter den Gefrierpunkt gefallen. Raureif liegt auf Bäumen und Wiesen, Nebelschwaden hängen in der Luft. Was die meisten mit Unbehagen an den nahenden Winter denken lässt, freut Gemüseanbauer Heinrich Weise. Nach dem ersten Frost kann die Grünkohlernte richtig losgehen. Denn erst wenn es kühler wird, wandelt sich die Stärke im Grünkohl in Traubenzucker um, und das Wintergemüse entwickelt sein volles Aroma.

Mit einem Messer schlägt Weise den Grünkohl am Strunk ab – die unteren gelblichen Blätter bleiben stehen. In diesem Jahr ist die Ernte üppig: „Das Wetter hat mitgespielt. Weil wir auf der Fläche nicht beregnen können, sind wir darauf angewiesen“, sagt er. Weise arbeitet sich auf dem Feld weiter vor. Der 82-Jährige hilft gern in der Gärtnerei seiner Tochter Karin Reimer mit. Vor 17 Jahren hat er ihr den seit 1779 bestehenden Familienbetrieb im Wilhelminenweg übergeben.

Etwas zu tun ist immer: Gerade warten 10 000 Grünkohlpflanzen darauf, geerntet zu werden. An diesem Morgen beträgt die Ausbeute aber nur einige Kisten. Grünkohl halte sich etwa drei Tage, erklärt Weise. „Deshalb ernten wir kleinere Mengen nach Bedarf, damit wir frischen Grünkohl anbieten können.“

Bevor das Vitamin-C-reiche Gemüse im Hofladen der Gärtnerei in Rendsburg-Süd oder auf dem Wochenmarkt in der Nordmarkhalle verkauft wird , müssen die Blätter vom Strunk gerupft werden. Außerdem wird ein Teil gewaschen und mit Porree durch den Fleischwolf gedreht. Die Verbraucher können das Gehäckselte mit Wasser, Salz, Graupen, Fleisch- oder Mettwürsten zu Suppe verarbeiten. „Die Essgewohnheiten haben sich verändert, aber Grünkohl ist als Holsteiner Hauptgericht im Winter weiterhin beliebt“, freut sich Weise. Er selbst isst den Kohl am liebsten mit Schweinebacke.

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