Kanaltunnel : Erst wird gewaschen, dann gestrichen

Mit dem aktuellen Stand der Arbeiten zufrieden: Sönke Meesenburg, Leiter des Fachbereichs „Investitionen NOK“ beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau.
Mit dem aktuellen Stand der Arbeiten zufrieden: Sönke Meesenburg, Leiter des Fachbereichs „Investitionen NOK“ beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau.

Die Sanierung der wichtigsten Kanalquerung ist im Zeitrahmen. Im August sind zwei Vollsperrungen geplant.

shz.de von
25. Juli 2018, 11:29 Uhr

Draußen brennt die Sonne bei 30 Grad auf den Asphalt. In der Weströhre des Kanaltunnels ist es dagegen angenehm kühl. Baufahrzeuge fahren von der Nord- zur Südseite und wieder zurück. Ein Arbeiter wäscht die Tunnelwände mit dem Hochdruckreiniger, das Zischen hallt von der Decke wider. Bereits gesäuberte Wände werden hell angestrichen. Insgesamt drei Farbschichten sind vorgesehen. Ein Blick nach oben verrät: Die Decke ist schwarz. Hier ist der Brandschutzputz bereits vollständig aufgetragen.

„Bautechnisch sind die Wände fertig“, freut sich Sönke Meesenburg, Leiter des Fachbereichs „Investitionen NOK“ beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Kiel-Holtenau. Er verschafft sich gestern einen Überblick über die aktuellen Arbeiten in der Weströhre des Kanaltunnels. Rund 20 Arbeiter sind hier derzeit im Einsatz. „Ich bin sehr zufrieden, alles ist auf einem guten Weg.“ Seit Anfang 2017 wird in der Weströhre gearbeitet. Im Mittelpunkt stand zunächst die Erneuerung der Wände. Mittlerweile ist die Sanierung weiter fortgeschritten. Jetzt steht die Sohle im Fokus. Der Untergrund der künftigen Fahrbahn wurde in den vergangenen Wochen und Monaten komplett erneuert. Bis die Trag-, Deck- und Verschleißschichten aufgetragen werden, dauert es noch. Zuvor sollen alle Seitenwände gewaschen und mit Farbe versehen werden.

Nachdem die Wände in der Weströhre des Kanaltunnels gesäubert wurden, tragen Mitarbeiter nacheinander mehrere Schichten Farbe auf.
Riebensahm
Nachdem die Wände in der Weströhre des Kanaltunnels gesäubert wurden, tragen Mitarbeiter nacheinander mehrere Schichten Farbe auf.
 

In der Zwischenzeit sind auch die sogenannten Tauchwandschächte verbaut worden. Sie nehmen das Wasser von der Fahrbahn auf. Die Arbeiter haben sich bereits um den Schutz vor Rost gekümmert. Die letzte Phase steht im kommenden Jahr an – die Erneuerung des technischen Verkehrssystems. Dazu gehören unter anderem das Anbringen von Verkehrszeichen, der gesamten Beleuchtungseinrichtung und der Belüftungsanlage. „Im Februar 2020 sollen hier wieder die Autos rollen“, sagt Meesenburg. Ursprünglich sollte die Gesamtsanierung Ende 2013 abgeschlossen sein.

Im Zuge der Sanierungsarbeiten kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Vollsperrungen. Wie Pressesprecher Jirka Niklas Menke vom zuständigen WSA mitteilt, müssen sich Autofahrer im kommenden Monat erneut darauf einstellen. Während in der Nacht von Freitag, 17. August, auf Sonnabend, 18. August, Wartungsarbeiten vorgenommen werden, kommt in der Nacht von Sonnabend, 18. August, auf Sonntag, 19. August, wieder der Waschwagen aus dem Elbtunnel zum Einsatz. Betroffen ist die Oströhre an beiden Terminen in der Zeit von 21 bis 5 Uhr.


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