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Landeszeitung

16. August 2017 | 21:35 Uhr

Erst dichten, dann feiern

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Workshop mit dem Poetry-Slam-Autor Björn Högsdal an der Herderschule / Auftritt der Gymnasiasten zugunsten des Abi-Balls

„Im Kopf gibt es keine Grenzen“, sagt Björn Högsdal. Quasi keine Grenzen kennt auch der Poetry Slam. Doch bevor die jungen Dichter in der Herderschule kreativ werden, gibt es erst einmal eine Aufwärmübung. „Was assoziiert ihr mit Winter?“, will der Kieler Slammer und Workshopleiter Högsdal von ihnen wissen. „Schneeschippen, Bratapfel, Handschuhe“ fallen ganz spontan. „Weihnachtsmann, glatt, Schlittschuhe“ sind weitere Begriffe. Als rund 40 Wörter an der Tafel stehen, sollen die Schüler einen Text zum Thema Winter schreiben – ohne diese Begriffe zu nutzen.

25 Schüler der Oberstufe haben sich zu dem Poetry-Slam-Workshop angemeldet, der gestern Vormittag begann und heute fortgesetzt wird. „Das sind viele“, freut sich Högsdal, obwohl in einer Gruppe von 15 Leuten intensiver gearbeitet werden könne. Das große Interesse freut auch Levke Nissen und Felix Jürgensen. Die beiden Herderschüler des 13. Jahrgangs haben die Veranstaltung organisiert. „Wir möchten der Schule etwas zurückgeben“, erklärt Felix Jürgensen, denn durch zahlreiche Sonderveranstaltungen hätten sie wichtige Erfahrungen sammeln können. Mit ihrem Angebot schlagen sie mehrere Fliegen mit einer Klappe: Es gibt den Workshop, am 21. März eine öffentliche Veranstaltung und am Ende hoffen die beiden noch auf Einnahmen für den Abi-Ball. Zwar verlangen sie für den Poetry-Slam-Auftritt keinen Eintritt, hoffen jedoch auf Spenden in einer Höhe, mit denen nicht nur die restlichen Workshop-Kosten gedeckt sind, sondern auch Geld für die Feier übrig bleibt.

Doch erst einmal müssen die Slammer in spe hart arbeiten. Denn im Gegensatz zu einem Schriftsteller ist nicht nur das geschriebene Wort entscheidend, erklärt Björn Högsdal. Der Dichter Jahrgang 1975 bezeichnet sich als „Poetry Slammer mit Leib und Seele“ und gehört zu den Pionieren der Szene. Seit 2003 hat er in Schleswig-Holstein an zahlreichen Orten Veranstaltungen etabliert. Durch Moderationen, Workshops und eigene Texte kann er seit 2009 vollständig davon leben, erklärt Högsdal, der verheiratet ist, zwei Kinder hat und in Kiel wohnt. Der Preisträger verschiedener Literaturwettbewerbe tritt auch selbst auf – ungefähr zwanzig Mal im Jahr – und war mehrfach bei Rendsburger und Büdelsdorfer Veranstaltungen zu Gast.

Beim Coaching der Herderschüler gibt er konkrete und wertvolle Tipps: Anhand von Videoaufzeichnungen erklärt er ihnen, wie wichtig die Performance ist. Dazu gehören die Atmung, die Betonung, die Handhabung des Mikrofons. Ob der Text provokativ oder witzig ist, sei dabei weniger entscheiden. E wie ernst oder U wie unterhaltend – die Szene legt wenig Wert auf die Trennung, sagt Högsdal.

> Auftritt: Die besten Workshop-Teilnehmer treten am Sonnabend, 21. März, gemeinsam mit Profi-Slammern auf. Ort: Aula der Herderschule. Einlass ab 18.30 Uhr, Beginn 19 Uhr. Spenden (für die Abi-Feier) erbeten.

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