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Rendsburg : Ersatz für die Schwebefähre: Das sind die zwei Alternativen

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Das Wasser- und Schifffahrtsamt verspricht: Ein Ersatzverkehr kommt auf jeden Fall. Die Staatsanwaltschaft beauftragt jetzt einen Gutachter.

shz.de von
erstellt am 05.Feb.2016 | 09:27 Uhr

Rendsburg | Für die ausgefallene Schwebefähre wird es einen Ersatzverkehr geben. Dies versicherte ein Sprecher des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA). Die Frage sei nicht mehr, ob, sondern nur noch, wie und wann. Entweder kommt eine Fähre oder ein Bus zum Einsatz. Unterdessen wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft nach schwieriger Suche einen Gutachter gefunden hat, der Erkenntnisse zur Schuldfrage ermitteln kann.

Die Schwebefähre ist eine wichtige Verbindung zur Überquerung des Nord-Ostsee-Kanals und ein historisches Wahrzeichen. Doch seit einem Zusammenstoß mit einem Frachter am 8. Januar ist die Fähre stark beschädigt. Anwohner müssen seitdem Umwege in Kauf nehmen.

Das WSA wird zunächst über Anzeigen in Zeitungen und Ausschreibungen nach einem geeigneten Wasserfahrzeug suchen, das bis zu 100 Menschen mit Rädern pro Stunde übersetzen kann. Sollte sich ein solches finden, könne man passende Anlegestellen an den Kanalufern planen und bauen. Parallel prüft der Kreis Rendsburg-Eckernförde die Einrichtung eines Busverkehrs mit entsprechender Kapazität. Der eingesetzte Bus soll über einen Fahrradanhänger verfügen. Auf den Einsatz einer der beiden Varianten einigten sich am Donnerstag Kreisbauamtsleiter Dr. Martin Kruse, Rendsburgs Bürgermeister Pierre Gilgenast, Osterrönfelds Bürgermeister Bernd Sienknecht sowie WSA-Vertreter in einem gemeinsamen Arbeitskreis.

Verkehrszählung ergab: Eine Alternative muss her

Die notwendige Kapazität hatte man zuvor durch eine Verkehrszählung am 18. Januar im Fußgängertunnel ermittelt: „Zur ersten Stoßzeit zwischen 7 und 8 Uhr morgens nutzen etwa 750 Radfahrer den Tunnel in nördlicher Richtung“, teilte WSA-Sprecher Matthias Visser die Ergebnisse mit. „Um die Mittagszeit sind es etwa halb so viele.“ Sämtliche Fußgänger sowie die meisten der Radfahrer könnten problemlos die Rolltreppe nutzen. Übrig blieben etwa 100 Personen, die auf eine Alternative angewiesen sind, so Visser. Dies seien nicht nur Rad- sondern auch etwa Rollstuhlfahrer oder Menschen mit sperrigem Gepäck, für die es auch bei Ausfall des Fahrstuhls im Fußgängertunnel eine Möglichkeit zur Querung des Kanals geben müsse.

Welche der beiden Möglichkeiten letztlich umgesetzt wird, hängt von den Ergebnissen der Bemühungen von WSA und Kreis ab. Ein zeitlicher Rahmen für die Umsetzung steht noch nicht fest.

Die Rendsburger Schwebefähre wurde am 8. Januar bei einem Zusammenstoß mit einem Frachter schwer beschädigt und ist seitdem außer Betrieb. Der Unfall wurde von einer Webcam gefilmt:

 

Die Unfallursache ist noch immer unklar

Prüfungen dazu, ob die Fähre repariert werden kann oder dauerhaft ersetzt werden muss, laufen zurzeit. Doch zunächst muss die Staatsanwaltschaft Kiel ihre Ermittlungen abschließen. Damit ist sie jetzt einen großen Schritt weiter gekommen, wie am Donnerstag klar wurde. Denn laut Oberstaatsanwalt Ingo Plewka ist endlich ein Sachverständiger gefunden worden, der ein Gutachten für die Behörde erstellen kann. Der soll Erkenntnisse darüber liefern, ob es durch menschliches Versagen des Fährführers zu dem Unfall kam. Es sei aber auch denkbar, dass ein technisches Versagen vorlag, das nicht vorhersehbar war. Das würde den Fährführer entlasten.

Bei der Schwebefähre handele es sich um ein Unikat, deshalb sei auf Anhieb kein Sachverständiger zu finden gewesen, hieß es von Seiten der Staatsanwaltschaft. Am Ende sei nur ein Unternehmen in Frage gekommen, das das havarierte Verkehrsmittel in absehbarer Zeit begutachten kann. Wann genau, konnte Plewka nicht sagen. Aber: „Ich gehe davon aus, dass das zügig geht.“

Zur Reparatur könne die Fähre unter Umständen freigegeben werden, bevor das Gutachten fertig ist. Denn für spätere Berechnungen brauche sie der Sachverständige nicht mehr.

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