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Landeszeitung

20. August 2017 | 21:21 Uhr

Eröffnungsreden mit Kuh-Kommentar

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Politiker-Lob für die Landwirtschaftsmesse / Strahlender Sonnenschein lockte bereits am ersten Tag zahlreiche Besucher zur Tierschau

„Christie“ war nicht zu überhören. Lauthals muhte die Rotbunte ihr Bedürfnis nach Anerkennung in die Runde – die eine illustre war. Denn in der Tierschauhalle wurde gestern Morgen die 64. Norla unter Anwesenheit von Gästen aus Politik und Wirtschaft eröffnet.

Als Wirtschaftsereignis mit landesweiter Bedeutung, das über die Grenzen Schleswig-Holsteins hinaus ausstrahlt, bezeichnete Stephan Gersteuer, der Geschäftsführer der Messe Rendsburg, das Ereignis. „Die Norla ist eine einzigartige Mischung aus anspruchsvoller Fach- und Verbrauchermesse.“ Landtagspräsident Klaus Schlie gab ein leidenschaftliches Bekenntnis zur Norla ab. Neben der Transparenz, die hier gewährleistet werde, gebe es einen bemerkenswerten Austausch von Produzenten, Zulieferern und Verbrauchern. Die Norla spiegele außerdem die Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raumes wider. „Wir haben einen aktiven und lebenswerten ländlichen Raum, der der nachhaltigen Unterstützung der Gemeinden bedarf,“ betonte Schlie.

Besonders in einem Wahljahr sei die Messe ein Spiegel der Entwicklungen, welche die Bauern beschäftigten, erklärte Bauernpräsident Werner Schwarz. Landwirtschaftsminister Robert Habeck bekräftigte, dass die Landwirte allen Respekt für die Arbeit verdienten. In Vorahnung auf den heute stattfindenden Landesbauerntag sagte er: Man könne sich streiten, müsse aber danach wieder ein Bier miteinander trinken können.

Das gab es dann am Ende des rund zweistündigen Rundgangs über das Gelände, auf das bereits kurz nach der Öffnung etliche Schulklassen geströmt waren. Bei strahlendem Sonnenschein waren der Minister und Volksvertreter aus dem Umland über Neuheiten informiert worden. Bei GEA Farm Technologies zum Beispiel über Wellness für Kühe – neuartige Liegeboxen mit weichen Matten. Klaus Peter Lucht verwendet sie schon auf seinem Hof in Mörel: Eine dünne Schicht Strohhäcksel wird darauf gestreut, um Scheuerstellen zu vermeiden, und kann durch den Landwirt schnell ausgewechselt werden.

Die zahlreichen Züchter, die ihre Tiere auf der Landesschau präsentieren, wollen zur Versachlichung der Diskussion um Tierschutz und -Haltung beitragen, erklärte Christiana-Johanna Paulsen-Schlüter von der Arbeitsgemeinschaft der Tierzüchter. Auch dazu hatte „Christie“ etwas zu sagen und muhte erneut unüberhörbar.

„Sie will auf sich aufmerksam machen“, kommentierte Sebastian Markwart die ausgesprochen kommunikative Kuh-Dame. Das sei nicht ungewöhnlich. Markwart studiert Landwirtschaft in Kiel und betreut die Tiere in der Schauhalle für die RSH (Rinderzucht Schleswig-Holstein) – ein All-Inclusive-Programm: Füttern, sauber machen, tränken. „Ihrem Alter entsprechend ist sie topfit“, erklärt der Betreuer. „Christie“ ist eine Rotbunte Holstein Frisian, die neben den sogenannten Schwarzbunten die Nummer eins der Kühe im Land zwischen den Meeren darstellt und bei Hinrich und Philip Horst in Bissee beheimatet ist.

Als 13-jähriger Kuh-Oldie sei die Rotbunte es gewohnt, den Ton anzugeben, so Marquart. Hier sei alles neu für sie – auch die Kuhnachbarn. Und da müsse sie schon mal deutlich machen, wer das Sagen hat. „Morgen wird sie schon viel ruhiger sein“, ist er sich sicher.


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erstellt am 06.Sep.2013 | 00:36 Uhr

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