Verkehr am Kanal : Erneut Zweifel am Tunnel-Zeitplan

Arbeiter im Kanaltunnel: Die vielfachen Verzögerungen bei den Sanierungsarbeiten und wie sie sich in der Weströhre vermeiden lassen, waren Gesprächsgegenstand in Kiel.
Arbeiter im Kanaltunnel: Die vielfachen Verzögerungen bei den Sanierungsarbeiten und wie sie sich in der Weströhre vermeiden lassen, waren Gesprächsgegenstand in Kiel.

Die Verkehrssituation war Thema einer Gesprächsrunde in Kiel. Jetzt wird die Beschleunigung der Sanierungsarbeiten geprüft und eine größere Transparenz bei der Kommunikation angestrebt. Die gute Nachricht: Die Eisenbahnbrücke ist fit für die Zukunft

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01. Juli 2014, 12:20 Uhr

Unternehmer und Politiker in der Region Rendsburg haben einen großen Wunsch: Schnell soll es gehen mit der Tunnelsanierung. Wie lange die Arbeiten an der Weströhre konkret andauern werden, ermittelt zur Zeit Sönke Meesenburg, Leiter der Planungsgruppe für den NOK-Ausbau. Eine Fertigstellung werde bis Anfang 2016 angestrebt. „Aber nach dem, was wir gehört haben, rechne ich nicht damit“, sagt Michael Thomas Fröhlich vom Unternehmensverband Mittelholstein.

Gestern hatten sich Vertreter verschiedener Institutionen in Kiel zu einer Gesprächsrunde getroffen. Thema war der Verkehr auf dem und um den Nord-Ostsee-Kanal. Die schlechte Nachricht: Die Kanaltunnel-Situation bleibt unbefriedigend. Die gute Nachricht: Nach der Grundinstandsetzung hält die Eisenbahnhochbrücke jetzt noch mindestens 30 Jahre.

Der Tunnel-Stau kostet die Firmen täglich 50 000 Euro, hatte der Unternehmensverband Mittelholstein (UVM) mit Hilfe einer Umfrage ermittelt (die Landeszeitung berichtete). Geschäftsführer Fröhlich wertet die neue Dialogbereitschaft der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) als positiv. Allerdings stellt er ernüchtert fest: „Das Treffen hat mehr Fragen als Antworten in Bezug auf die Sanierung ergeben“. Ein Zwei-Schicht-Betrieb sei vertraglich vorgesehen, erläutert Sönke Meesenburg. Es werde alles daran gesetzt, dass dieser künftig gewährleistet werde. In der Oströhre hätten aber unvorhergesehene Schäden neue Planungen notwendig gemacht. Bevor diese nicht abgeschlossen waren, konnte nicht mit voller Kraft gearbeitet werden.

Dagegen wird „der Eisernen Lady beste Gesundheit bescheinigt“, freut sich Rendsburgs Bürgermeister Gilgenast. 30 bis 50 Jahre können die Züge nach der gerade abgeschlossenen Grundsanierung noch über sie rollen. Weitere Maßnahmen sollen bis Ende 2016 Zweigleisigkeit und die Tragfähigkeit langer, schwerer Güterzüge ermöglichen. Die Kombilösung „Schiene plus Straße“ ist damit erst einmal nicht nötig.

Allerhöchste Eisenbahn wird es dageben für die Rader Hochbrücke. Zwölf Jahre Lebenszeit geben die Experten der Autotrasse. Um rechtzeitig für Ersatz zu sorgen, „müssen alle Beteiligten kräftig in die Puschen kommen“, formuliert der UVM-Geschäftsführer. Er mag gar nicht daran denken, wenn ein Neubau nicht rechtzeitig fertig würde und der gesamte Verkehr durch den Tunnel fließen müsste. Zurzeit ist der „Zustand des Kanaltunnels unbefriedigend“, diagnostiziert Gilgenast. Auch Thilo Rohlfs vom Kreis, der Landrat Schwemer bei dem Treffen vertrat, sieht dringenden Handlungsbedarf. Wie Fröhlich und Gilgenast schätzt er die Möglichkeiten der Beschleunigung als begrenzt ein, hofft aber auf eine verbesserte Kommunikation durch die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung.

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