zur Navigation springen

Nato-Flugplatz Hohn : Erneut Tornado-Donner über Hohn

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Zehn Kampfjets aus Jagel sind in den kommenden fünf Wochen zu Gast auf dem Flugplatz des Lufttransportgeschwaders 63.

shz.de von
erstellt am 14.Jun.2015 | 06:00 Uhr

Die Gäste geben sich auf dem Nato-Flugplatz Hohn die Klinke in die Hand: Kaum ist das Filmteam um „Tatort“-Kommissarin Maria Furtwängler (wir berichteten) weg, landen die ersten Tornados beim Lufttransportgeschwader (LTG) 63. Die Kampfjets des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 „Immelmann“ aus Jagel nutzen den Flugplatz der Kameraden, weil ihr eigener derzeit umgebaut und modernisiert wird. Gestern standen bereits fünf Tornados auf dem Rollfeld, bis heute sollen es zehn sein. Für die Anwohner rund um den Stützpunkt bedeutet der Besuch auch wieder mehr Fluglärm.

Gestern begrüßte der Kommodore des LTG 63, Oberst Hartmut Zitzewitz, die Kameraden aus Jagel. Von dort war auch der stellvertretende Kommodore Oberstleutnant Volker Jansen gekommen. „Wir sind bemüht, die Lärmbelästigung so gering wie möglich zu halten“, erklärte er. Ab Montag, 15. Juni, starten täglich morgens um 9 Uhr bis zu sechs Tornados nacheinander. Um 14 Uhr heben noch einmal bis zu vier der Überschallflieger ab. „Die Startzeit kann etwas schwanken“, sagte Jansen. Die Maschinen kehren jeweils nach etwa zwei Stunden zurück zum Flugplatz. Freitags gehen seine Kameraden nur morgens in die Luft. „Wir fliegen weder am Wochenende noch in der Nacht“, so Jansen. Die Flüge führen unter anderem in Übungsgebiete über Nord- und Ostsee sowie südlich von Hamburg. Die von den Transall-Maschinen des LTG 63 bekannten Platzrunden, Flüge in geringer Höhe rund um die Landebahn, absolvieren die Tornado-Piloten nicht.

Die Kampfjets und 80 Soldaten sollen bis zum 23. Juli nach Hohn verlegt werden. Dieser Zeitraum ist laut Hartmut Zitzewitz gewählt worden, um die Lärmbelastung in den Sommerferien zu minimieren. Der Flugplatz in Jagel bleibt laut Volker Jansen jedoch länger geschlossen. Von Hohn aus ziehen die „Immelmänner“ dann noch einmal um ins bayerische Lechfeld, wo sie bis zum 21. August bleiben. So lange dauert es, bis der Tower in Jagel saniert und Sturmschäden an einer Halle auf dem Rollfeld beseitigt sind. Die Tornados fliegen Jansen zufolge aber weiterhin den Flugplatz Jagel an. Allerdings landen sie dort nicht, sondern drehen lediglich ihre Platzrunden. „Die Flugwege der Tornados in Hohn sind die gleichen wie bei der Transall“, sagte Hartmut Zitzewitz. Der Anflugkorridor erstrecke sich in etwa von der Rader Hochbrücke aus über Rickert und Nord-Rendsburg zum Flugplatz. Gestartet werde über den Hohner See Richtung Erfde. Je nach Windrichtung auch umgekehrt. „Wo sonst die Transall fliegt, ist in den kommenden Wochen auch der Tornado unterwegs“, sagte Zitzewitz. Die Düsenjäger verursachen jedoch besonders beim Start mehr Lärm als die Propeller-Maschinen. Der Flugbetrieb des LTG 63 und der GFD mit ihren Learjets wird laut Zitzewitz durch die Kampfjets nicht eingeschränkt. Er und Jansen betonten die gute Zusammenarbeit der beiden Verbände. Seit 2012 weicht das Taktische Luftwaffengeschwader jährlich nach Hohn aus.

Das Hohner Lufttransportgeschwader konzentriert sich nach dem Ende des Afghanistan-Einsatzes derzeit auf die Ausbildung und beteiligt sich an Übungen, etwa in Portugal. Zudem unternimmt es Unterstützungsflüge, etwa in den Irak. Zur Zukunft des Flugplatzes Hohn konnte Hartmut Zitzewitz noch keine genaueren Angaben machen. Vom Verteidigungsministerium gebe es keinen Widerruf des offiziellen Schließungsdatums des Standorts Ende des Jahres 2018. Aus Kreisen des Verteidigungsausschusses war zuletzt zu hören, dass der Flugplatz bis zum Jahr 2022 geöffnet bleiben soll.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen