Schacht-Audorf : Erneut Schafe auf der Weide getötet

Vor den Augen der Lämmchen wurden die Mutterschafe gestern auf ihrer Weide von Unbekannten getötet und zerlegt. Die auf dem Gras liegende Wolle stammt allerdings von einer Schur.
Vor den Augen der Lämmchen wurden die Mutterschafe gestern auf ihrer Weide von Unbekannten getötet und zerlegt. Die auf dem Gras liegende Wolle stammt allerdings von einer Schur.

Unbekannte schlachten und zerlegen zwei Tiere in Schacht-Audorf. Der Schäfer erstattet Anzeige.

shz.de von
20. April 2017, 10:46 Uhr

Dieses Mal traf es zwei Mutterschafe. Wenn auch nicht viel von ihnen übrig geblieben ist: Gut erkennbar bleiben die beiden abgetrennten Köpfe, die seit gestern auf dem hinteren Teil einer Koppel in der Nähe der Schachter Straße in Schacht-Audorf liegen. Daneben finden sich Gedärme, abgetrennte Beine und zwei große Haufen aufgedunsener Innereien. Nur das Fleisch und die Felle haben die Täter mitgenommen. Etwas entfernt von den Kadavern laufen Lämmchen – einige bei ihren Müttern und einige in Zukunft allein. „Die muss ich jetzt mit der Flasche aufziehen,“ sagt der örtliche Pastor und betroffene Hobbyschäfer Ulrich Friese. Er ist wütend.

Seit rund 20 Jahren werden in Schacht-Audorf mit Unterbrechungen ein- bis zweimal im Jahr Schafe auf ihrer Weide getötet und zerlegt. „Die Täter schneiden ihnen die Kehle durch, nehmen die Tiere auseinander und packen das Fleisch ein“, berichtet Friese. Jetzt hatten es die Täter zum ersten Mal auch auf die Felle abgesehen. „Vielleicht konnten sie mehr damit anfangen, weil die Schafe frisch geschoren waren.“ Bei der Rasse handelt es sich um „Deutsche Schwarzköpfige Fleischschafe“, jedes von ihnen zwischen 150 und 200 Euro wert. Doch um das Geld geht es Friese nicht in erster Linie. „Besonders schockiert hat mich, dass die Täter die Mutterschafe direkt vor den Augen der Lämmer geschlachtet und zerlegt haben.“

Insgesamt sind Friese über den gesamten Zeitraum 15 Tiere auf diese Weise entwendet worden. In einem Winter waren fünf hochtragende Mutterschafe darunter. Schon mehrmals erstattete der 60-Jährige Anzeige gegen Unbekannt. Doch die Ermittlungen verliefen stets ins Leere, so dass die Staatsanwaltschaft die Verfahren einstellte. Irgendwann gab Friese auf. Jetzt hat er erneut die Polizei kontaktiert. Zu schlimm fand er das Vorgehen der Täter. Die Ermittlungen wurden bereits aufgenommen. Die Kadaver werden heute abgeholt und entsorgt.

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