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Ungeklärte Besitzverhältnisse : Erneut Razzia bei Brekendorfer Reitern

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Eine Durchsuchung soll klären, wem die beschlagnahmten Pferde gehören.

shz.de von
erstellt am 19.Mai.2014 | 13:47 Uhr

Der Reit- und Fahrverein Brekendorf kommt nicht zur Ruhe. Gestern durchsuchte die Polizei den vom Verein gepachteten Hof in Brekendorf. Um zehn Uhr fuhren vier Einsatzwagen mit zehn Polizisten vor.

Oberstaatsanwältin Birgit Hess sagte vor Ort: „Wir führen eine Durchsuchung durch, um den Sachverhalt aufzuklären.“ In erster Linie gehe es darum, die Besitzverhältnisse der beschlagnahmten Pferde zu klären. Seit Januar hatte die Staatsanwaltschaft insgesamt 60 Pferde aus der Obhut des Vereins beschlagnahmt. Dem Vorwurf nach soll ihnen zum Teil lang anhaltende Leiden nach dem Tierschutzgesetz zugefügt worden sein. Die Vorwürfe richten sich gegen den ehemaligen stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins, Johannes Kahlke. Inzwischen sind fünf der Pferde wieder herausgegeben worden (wir berichteten). Mit dem Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Kiel wollte die Staatsanwaltschaft Beweise dafür finden, dass die Pferde größtenteils Johannes Kahlke gehören. Der bestreitet das nach wie vor. Laut des Beschlusses soll Kahlke Freunde dazu veranlasst haben, sich als Besitzer seiner Pferde auszugeben. Damit mache er sich der versuchten Strafvereitelung schuldig. Zudem soll er Gelder, die ihm für die Pflege fremder Pferde gezahlt wurden, nicht an den Verein weitergeleitet haben.

Neben dem Hof wurden offenbar auch die Wohnungen Kahlkes und des Vorsitzenden Arno Krause durchsucht. Krause erlaubte den Beamten freigiebig Zutritt zu seinem Haus. Er wolle alles dafür tun, dass sich die Vorwürfe aufklären. Zur Landeszeitung sagte er: „Sie werden nichts finden. Mit dem Durchsuchungsbeschluss bestätigt sich für mich, dass die Tierschutzgründe nur vorgeschoben waren. Stattdessen geht es nur um die Klärung der Besitzverhältnisse.“

Wem die Pferde gehören, ist laut Beschluss strittig, weil diejenigen, die sich als Besitzer ausgeben, die Tiere nicht eindeutig beschreiben können. Gestern sagte Oberstaatsanwalt Ingo Plewka zu einem dieser Besitzer hinsichtlich der vorgelegten Eigentumsunterlagen: „Wir gehen davon aus, dass das alles getürkt ist.“

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