Gross Vollstedt : Erneut Legionellen im Sportheim

Schon vor zwei Jahren gab es im Groß Vollstedter Sportheim überhöhte Legionellen-Werte. Nun sucht die Gemeinde nach einer technischen Lösung.
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Schon vor zwei Jahren gab es im Groß Vollstedter Sportheim überhöhte Legionellen-Werte. Nun sucht die Gemeinde nach einer technischen Lösung.

Gesundheitsamt stellt fest, dass die Grenzwerte überschritten wurden. Rohre müssen mit 60 Grad heißem Wasser gespült werden.

shz.de von
24. März 2017, 14:56 Uhr

Erhöhte Legionellen-Werte in der Trinkwasseranlage des Groß Vollstedter Sportheims stellen die Gemeinde erneut vor ein Problem. Erste Gegenmaßnahmen greifen bereits, stellen aber noch keine endgültige Lösung dar.

„Das Problem ist ja nicht neu“, erklärte Groß Vollstedts Bürgermeister Heinz Volkmann. Bereits vor rund zwei Jahren tauchten sporadisch die ersten Überschreitungen auf. „Betroffen davon waren hauptsächlich die Duschen“, erklärte der Bürgermeister. Da diese saisonbedingt nicht regelmäßig benutzt werden, stehe das Wasser zu lange in den Rohren. Ein Umstand, der das Wachstum der stäbchenförmigen Bakterien fördern könne. Man habe das zwar zur Kenntnis genommen und sich einige Gedanken gemacht, aber keine weitergreifenden konkreten Lösungen in Erwägung gezogen.

Nach den Untersuchen im Dezember wurden vom Gesundheitsamt des Kreises Rendsburg-Eckernförde Überschreitungen im stärkeren Maße festgestellt. Liegt der Grenzwert für Legionellen laut Trinkwasserverordnung bei 100 KbE (koloniebildende Einheiten) pro 100 Milliliter, wurden in den Wasserrohren des Sportheims Werte zwischen 400 und 500 KbE gemessen. Das sei zwar noch keine extrem hohe Kontamination, die Sofortmaßnahmen wie zum Beispiel die Desinfektion des Leitungsnetzes oder die Verhängung eines Duschverbots erfordere, berge aber trotzdem bereits ein Infektionsrisiko – wenn auch nur ein geringes.

Um die Werte wieder in den Griff zu bekommen, werden die Rohre jetzt drei Mal wöchentlich mit 60 Grad heißem Wasser gespült. Neue Proben zeigten dabei bereits ein verbessertes Ergebnis. „Zwar wurden an einer Entnahme-Stelle nun sogar unerklärlicherweise 1000 KbE pro 100 Milliliter gemessen, dafür zeigen andere schon wieder Nullwerte an“, berichtete Volkmann. „Das Spülen ist aber keine Dauerlösung – kann man heutzutage keinem zumuten“, betonte der Bürgermeister. Daher suche man nun nach einer technischen Lösung, die das manuelle Durchspülen ersetzt. „Im Notfall müssen wir neue Rohrleitungen verlegen“, befürchtet Volkmann. Das würde die Gemeinde zwischen 15  000 und 20  000 Euro kosten.

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