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Landeszeitung

24. Oktober 2017 | 10:28 Uhr

Kanalgeflüster : Erleuchtung

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Woche in Rendsburg. Von Gero Trittmaack.

von
erstellt am 14.Sep.2013 | 18:00 Uhr

Wer gestern Abend im Kreishafen das Spektakel zu Ehren der Eisenbahnhochbrücke erlebt hat, ist durchaus geneigt, von einer Erleuchtung zu sprechen. Was die Brücke zu ihrem Geburtstag vom Künstler Till Nowak und der ganzen Region geschenkt bekommen hat, ist wesentlich mehr als Licht. Es ist eine Attraktion, die ihresgleichen sucht und zu einem echten Anziehungspunkt für Einheimische und Touristen werden könnte.

Dieses neue Highlight am Kanal ist Chance und Verpflichtung zugleich. Das Lichtkunstwerk, daran besteht kein Zweifel, wertet Brücke und Schwebefähre noch einmal auf. Aber es reicht nicht aus, sich über den neuen Anblick zu freuen und mit dem Rad gelegentlich eine andere Lichtfarbe einzustellen.

Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, den Kanal an dieser Stelle zu einer echten Sehenswürdigkeit zu machen. Dazu gehören eine vernünftige Infrastruktur inklusive einer nachvollziehbaren Beschilderung aus der Stadt heraus und Plätze, auf denen die Menschen sich aufhalten mögen und informiert werden. Das kostet natürlich Geld. Aber nur so besteht die Chance, von der neuen Attraktion auch zu profitieren.

Und wenn alle Akteure in der Region dies als Gemeinschaftsaufgabe begreifen, kann man uneingeschränkt von einer Erleuchtung sprechen.

Wenn es um neue Hiobsbotschaften aus dem Kanaltunnel geht, löst das hierzulande keinen Schock mehr aus. Dafür hat es schon zu viele schlechte Nachrichten gegeben. Die Meldungen, dass die Sanierung sich noch weiter verzögert und die Kosten inzwischen auf 35 Millionen Euro angestiegen sind, löste jedoch Empörung aus. Grund dafür waren nicht einmal die Tatsachen selbst, die waren vorauszusehen. Dass die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung die Informationen am liebsten verschwiegen hätte und sie nur auf Umwegen an die Öffentlichkeit gerieten, bringt die Menschen auf die Palme. Rendsburgs Bürgermeister Pierre Gilgenast, nicht gerade bekannt dafür, Kritik in groben Worten zu äußern, zeigte sich „entsetzt“ über die Informationspolitik der zuständigen Behörde. Und das ist immer noch milde formuliert.

Autofahrer, die täglich vor der Baustelle im Stau stehen, Anwohner, die unter Lärm und Abgasen leiden und nicht zuletzt Steuerzahler, die das ganze Unternehmen mit ihren Abgaben finanzieren, haben ein Recht darauf, zu erfahren, was im Tunnel eigentlich gespielt wird.

Wenn ein Bauvorhaben doppelt so lange dauert wie geplant, ist das natürlich eine unangenehme Geschichte. Aber die Tunnelsanierung ist keine interne Angelegenheit der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, sondern geht uns alle an.

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