Erinnerung an Verbrechen der Nazi-Zeit

Präsentieren die neuen Gedenktafeln: Jürgen Schröder (Diakoniewerk, v. l.), Timo Petersen (Bauhof), Förster Rainer Mertens, Initiator Holger Schwien und Holger Baarck (Blumenland Jasmin).
Präsentieren die neuen Gedenktafeln: Jürgen Schröder (Diakoniewerk, v. l.), Timo Petersen (Bauhof), Förster Rainer Mertens, Initiator Holger Schwien und Holger Baarck (Blumenland Jasmin).

Hamburger Friedhof in Kropp wird neu gestaltet

von
18. Mai 2018, 15:12 Uhr

Jahrzehntelang war der Hamburger Friedhof in Kropp zugewuchert, nun nimmt die Verwandlung in einen Erinnerungspark dank zwei neuer Gedenktafeln Form an. Sie informieren darüber, dass 432 Bewohner der Kropper Anstalten 1942 von der SS nach Mitteldeutschland verlegt und damit oft in den Tod geschickt wurden. Sie sollten Platz machen für 1000 alte, behinderte Hamburger Bürger, die nach Kropp umgesiedelt wurden. 649 von ihnen haben zwischen 1945 und 1948 auf dem Friedhof ihre letzte Ruhe gefunden.

Mit der Herrichtung des Parks wolle man die Erinnerung an die Verbrechen der Nazi-Zeit aufrechterhalten, so Initiator Holger Schwien: „Das ist unsere gesellschaftspolitische Pflicht.“ Es solle eine Mahnung zu Toleranz und Schutz von Minderheiten sein und aufkeimendem Fremdenhass etwas entgegensetzen. „Wir hoffen, dass sich auch Schüler der Geestlandschule mit diesem Thema beschäftigen werden.“

Schwien dankte Förster Rainer Mertens, Jürgen Schröder von der Stiftung Diakoniewerk, Holger Baarck vom Blumenland Jasmin und den Mitarbeitern des Bauhofes für ihre Unterstützung. Im Gegenzug bedauerte er: „Leider scheiterte unser Versuch, die Hansestadt Hamburg mit in die Pflege einzubeziehen.“ Umso stolzer sei man auf die Hilfe der Gemeinde.

Er habe nicht eine Sekunde gezögert, als die Idee vor zwei Jahren an ihn herangetragen wurde, sagte Bürgermeister Stefan Ploog und dankte dem Initiator für sein Engagement. Der Hamburger Friedhof sei ein Ort des Erinnerns an schlimme Ereignisse, „die bei uns im Land nie wieder passieren dürfen“. Holger Schwien ist jede Woche auf dem Gelände, um es frei zu schneiden oder Rasen zu mähen. Er hat weitere Pläne: Die Baumstümpfe sollen weggefräst und die Tafel mit den Namen aller Bestatteten erneuert werden. Auch den Eingang möchte er verändern. „Wir werden ihn zu einem Kropper Schmuckstück gestalten.“


zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen