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Landeszeitung

20. Oktober 2017 | 15:44 Uhr

Erinnerung an eine Urkatastrophe

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Volkstrauertrag: Mehrere Kranzniederlegungen zu Ehren der Opfer der Weltkriege / Volksbund Kriegsgräberfürsorge sammelte Spenden

In einer stillen und würdigen Zeremonie haben Stadtpräsidentin Karin Wiemer-Hinz und Bürgermeister Pierre Gilgenast gestern einen Kranz am Gedenkstein für die Opfer der Weltkriege niedergelegt. In der Grünanlage Hans-Heinemann-Park sagte Gilgenast, der Volkstrauertag erinnere an die Opfer von Krieg, Terror und Gewaltherrschaft. Er sei nicht nur Gedenken, sondern auch Ermahnung zum Einsatz für den Frieden. „Auch im alltäglichen Leben, im Umgang mit den Mitmenschen“, machte Gilgenast deutlich. Der Gedenktag rufe zu Toleranz und zur Mithilfe auf.

Zuvor hatten Propst Matthias Krüger und Pastor Dr. Stefan Holtmann einen Gottesdienst in der Christkirche gehalten. Im Anschluss an die Kranzniederlegung fand eine Gedenkfeier des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge im Kulturzentrum „Hohes Arsenal“ statt. Im Mittelpunkt stand eine Rede des Brigadegeneral a. D. Wilfried Scheffer. Er ging auf die „Häufung von unbequemen Gedenktagen“ in diesem Jahr ein: Der 150. Jahrestag der Schlacht an den Düppeler Schanzen im deutsch-dänischen Krieg mit 3000 Toten, der Beginn des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren, der von vielen Historikern als die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ gesehen werde. Zudem jährte sich in diesem Jahr die Invasion der Allierten in der Normandie zum 70. Mal.

Heute sei das Terrorregime „Islamischer Staat“, das mit unglaublicher Gewalt in Syrien und im Irak vorgehe, eine große Gefahr. Die Völkergemeinschaft dürfe dieses Vorgehen nicht tolerieren, sagte Scheffer. „Widerstand auch mit Waffen und – wie schon geschehen – durch Waffenlieferungen wird zur Pflicht.“

Der Konflikt in der Ostukraine werde von vielen Beobachtern als Rückfall in den kalten Krieg gesehen, so der frühere General. Und der lange Bürgerkrieg im Südsudan mit einer der schwersten Hungerkatastrophen weltweit werde von der Öffentlichkeit kaum bemerkt.

Es sei traurig, dass die Völker auch 250 Jahre nach Immanuel Kant immer noch unfähig seien, den „ewigen Frieden“ zu erreichen. Trauer allein aber reiche nicht. Jeder müsse einen Beitrag dazu leisten, dass es auf der Welt friedlicher und gerechter zugehe, forderte Scheffer. „Möge das Gedenken an die Gefallenen uns dazu immer wieder neuen Antrieb geben.“

Nach der Gedenkfeier fanden weitere Kranzniederlegungen auf dem Garnisonfriedhof und am Gerdauenstein vor der Musikschule statt.


Bürger spendeten 1130 Euro


Kreispräsident Lutz Clefsen und Jan-Hendrik Dierksen vom Lufttransportgeschwader 63 waren am Sonnabend auf dem Schiffbrückenplatz und in der Hohen Straße unterwegs, um für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge zu sammeln. „Die Spender kommen aus allen Altersgruppen, auch Jüngere sind sehr aufgeschlossen“, stellte Clefsen erfreut fest. Auch Diettraut Luckow spendete gern. Ihr Onkel sei im Krieg gefallen, aber nicht nur wegen dieser persönlichen Betroffenheit halte sie die Pflege von Kriegsgräbern für wichtig, sagte die Rendsburgerin, die in Hinterpommern aufgewachsen ist.

Sechs Offiziere des LTG 63 sammelten am Sonnabend mit Unterstützung von Vertretern des Kreises und der Stadt in Rendsburg Spenden. Nach Angaben von Kai Volkmann, Geschäftsführer des Volksbundes, kamen 1130 Euro zusammen.

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