zur Navigation springen
Landeszeitung

20. September 2017 | 02:11 Uhr

Erfder Damm bleibt offen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Auf der B 202 kommt neue Sanierungsmethode zum Einsatz

shz.de von
erstellt am 23.Apr.2014 | 13:18 Uhr

Der Verkehr kann ohne Probleme und weitläufige Umleitungen Richtung Nordfriesland rollen, denn die Bundesstraße 202, der Erfder Damm, wird dank einer neuen Sanierungsmethode nicht gesperrt. Eigentlich war eine Vollsperrung des mehrere Kilometer langen Abschnitts vorgesehen, da die gerade erst Ende Oktober fertig sanierte Fahrbahn erneut Verwerfungen aufweist.

Wie Stefanie Berkner vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr in Flensburg mitteilte, sollte die bemängelte Oberfläche abgefräst und eine neue Verschleißdecke aufgetragen werden. Bei der näheren Untersuchung sei aber festgestellt worden, dass sich die Fahrbahn im moorigen Untergrund noch leicht setzt. Man habe gehofft, dass dieser Prozess Ostern beendet sei, doch dies werde wohl frühestens im Sommer so weit sein, sagte Stefanie Berkner. Daher werde sich am jetzigen Zustand der Straße vorläufig nichts ändern. Wegen der leichten Senken und des schlechten Wasserabflusses ist dort nach Angaben der Behörde mit erhöhter Aquaplaning-Gefahr zu rechnen.

Nun kommt also eine neue Methode der Sanierung zur Anwendung. Beim Vakuumverfahren wird der Straßenunterbau in eine Folie eingeschlossen und das Wasser abgepumpt. Der Untergrund wird so verdichtet. Darauf wird eine Sandschicht aufgetragen. Der Abtransport des ausgehobenen Materials entfällt. Zudem wird wesentlich weniger Sand benötigt.

Einen Preis heimste das neue Verfahren auch schon ein. Dem Sanierungsprojekt „Aus Moorboden wird tragfähiger Baugrund einer Bundesstraße mit Hilfe des Vakuum-Verfahrens“ wurde der Deutsche Ingenieurpreis Straße und Verkehr in der Kategorie Innovation verliehen. Die Arbeitsgemeinschaft Erfder Damm, zwei Bauunternehmen aus Schleswig-Holstein und Niedersachsen, wurde zum Sieger gekürt, da das Verfahren eine mögliche künftige Bauweise darstellt, die Zeit und Kosten einsparen kann. Das Vakuumverfahren wurde erstmals in Deutschland angewandt. Die Methode soll laut Jury rund 30 Prozent günstiger sein als herkömmliche Vorgehensweisen. Die Kosten beliefen sich für den 2,2 Kilometer langen Streckenabschnitt der Bundesstraße auf rund 10,5 Millionen Euro.

Berkner erklärte, dass das neue Verfahren auf Vorschlag der Baufirmen angewandt worden sei. Ausgeschrieben habe ihr Haus seinerzeit die klassische Vorgehensweise, die es erfordert, eine tragfähige Deckschicht aus Sand auf den Untergrund aufzubringen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert