Erdwall sorgt für Ärger zwischen Kirche und Dorf

Ein Erdwall wurde an der Friedhofsgrenze in Groß Wittensee aufgeschüttet. Damit wollte der Kirchenvorstand ein Zeichen setzen. Foto: Messerschmidt
Ein Erdwall wurde an der Friedhofsgrenze in Groß Wittensee aufgeschüttet. Damit wollte der Kirchenvorstand ein Zeichen setzen. Foto: Messerschmidt

Zwischen der Kirchengemeinde Bünsdorf und der Gemeinde Groß Wittensee herrscht seit einigen Wochen Missstimmung. Anlass ist ein Wanderweg vom Eksaler Weg zum Friedhof, den der Kirchenvorstand jetzt geschlossen hat.

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12. Dezember 2008, 09:55 Uhr

Groß Wittensee | Ein aufgeschütteter Wall, der mit Sträuchern bepflanzt wurde, versperrt seit etwa vier Wochen den Weg zwischen dem Groß Wittenseer Baugebiet Eksaler Weg und dem Friedhof. Der Weg sei schon im Bebauungsplan vorgesehen gewesen und von der Kirchengemeinde damals auch genehmigt worden, sagte Bürgermeister Jochen Arp. Die Kirchengemeinde Bünsdorf hat jetzt diesen Verbindungsweg durch einen aufgeschütteten Wall gesperrt. Die Kommune besteht aber darauf, dass der Weg wieder geöffnet wird, so wie es im B-Plan festgelegt sei. Das habe die Gemeindevertretung in ihrer Sitzung in dieser Woche entschieden, erklärte Arp.

"Es hat einige Beschwerden gegeben", sagte Anja Fedder vom Kirchenvorstand gegenüber unserer Zeitung. Angehörige, die auf dem Friedhof die Gräber besuchten, hätten Fahrradspuren und Hundekot auf den Gräbern gefunden, einige Grabstellen seien sogar umgeräumt worden. Der Friedhof sei mehr und mehr als Spielplatz und Hundeplatz missbraucht worden, sagte auch Pastor Thies Feldmann, der hinter der Entscheidung der Vorsitzenden Anja Fedder steht.

Da die Totenruhe auf dem Friedhof immer mehr gestört wurde, und sich auch die Besucher über die Zustände dort beschwerten, habe der Kirchenvorstand schließlich entschieden, den Weg zu schließen, sagte Fedder. Sie habe schriftlich die Gemeinde über die Unruhe auf dem Friedhof informiert. Da die Kommune aber nicht reagierte, habe man diesen Schritt letztlich machen müssen, so Fedder. Im Januar solle es aber ein Gespräch zwischen Gemeinde und Kirchenvorstand geben. "Wir wollen gemeinsam das Problem lösen", betont die Vorsitzende und wünscht sich konstruktive Gespräche mit der Gemeinde. Außerdem hofft sie, dass die Bürger durch diese Maßnahme an ein angemessenes Verhalten auf dem Friedhof erinnert werden.

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