zur Navigation springen
Landeszeitung

23. Oktober 2017 | 05:23 Uhr

Eon-Rebellen wollen Druck verstärken

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Anwohner legen Widerspruch gegen Abrechnungen der vergangenen drei Jahre ein und beauftragen einen Rechtsanwalt

shz.de von
erstellt am 05.Dez.2013 | 00:34 Uhr

Die Eon-Rebellen aus dem Osterrönfelder Wohngebiet Aspel-Nord wollen den Druck auf ihren Wärmelieferanten verstärken. Mehr als hundert Kunden der Eon-Hanse Wärme kamen am Dienstagabend zu einer Versammlung in das Feuerwehrgerätehaus. 60 von ihnen unterzeichneten noch während der Veranstaltung eine Vollmacht, mit der der Fockbeker Anwalt Wilfried Kaminski Widerspruch gegen die Abrechnungen der vergangenen drei Jahre einlegen wird. Zudem wird die Eon-Hanse aufgefordert, auf die „Einrede der Verjährung für die Abrechnung 2010 zu verzichten“. „Sonst würden unsere Ansprüche auf Rückforderungen für 2010 zum Jahresende verfallen“, machte Thomas Gädge, der in Aspel-Nord wohnt und den Widerstand mitorganiert, deutlich.

Zum Hintergrund: 130 Haushalte in Aspel-Nord sind an das Fernwärmenetz der Eon-Hanse Wärme angeschlossen. Die Abrechnungen des Energielieferanten basierten bisher auf dem an den Ölpreis gebundenen Erdgaspreis. Ein Urteil des Amtsgerichts Rendsburg hat diese Kalkulation jetzt für unzulässig erklärt. Die Eon-Hanse hat daraufhin angekündigt, den Kunden in Aspel-Nord ein neues Angebot zu machen. Zudem will sie Berufung gegen das Urteil einlegen.

„Wir sind wild entschlossen, gegen die Eon vorzugehen, wenn sie nicht angemessen auf uns zukommt“, machte Mädge deutlich. Es reiche nicht, den Preis um ein paar Euro zu senken.

Der Arbeitspreis für eine Megawattstunde sei von 86 Euro im Jahr 2009 auf 148 Euro in diesem Jahr angestiegen, zeigte der Jurist in einer Bildschirmpräsentation auf. „Ein Gaskunde zahlt ab 47 Euro, wir in Aspel-Nord den doppelten und dreifachen Preis.“ Blockheizkraftwerke wie das der Eon in Osterrönfeld seien wie eine Lizenz zum Gelddrucken, sagte ein verärgerter Einwohner. Die Abrechnung der Eon-Hanse bezeichnete er als „gewerbsmäßigen Wucher“.

Nach Mädges Ansicht läge ein fairer Preis unter 71 Euro. Dass Widerstand gegen die Abrechnungspraxis der Eon-Hanse erfolgreich sei, zeige sich am Beispiel des Nachbardorfes Schacht-Audorf. Dort hätten die Wärmekunden eine Kostenreduktion um 57 Prozent erreicht, betonte Mädge.

Unter den Besuchern der Veranstaltung waren Eon-Kunden aus Bad Bramstedt, Ahrensburg und Meldorf. Auch in ihren Wohngebieten hat der Wärmelieferant Eon-Hanse Wärme eine Monopolstellung. Der Wechsel zu einem anderen Anbieter sei nicht möglich. In Deutschland gebe es rund 4000 Fernwärmenetze, sagte Mädge. „Und der Markt ist unreguliert - ein Millardengeschäft.“ Dieses Thema greift auch das ARD-Magazin „Panorama“ in seiner Sendung am 12. Dezember auf. Ein Fernsehteam drehte am Dienstag einen Tag lang bei den Osterrönfelder Eon-Rebellen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen